Energieversorger: E.On-Chef Teyssen zu Brennelementesteuer: "Es spricht manches für eine Klage"

Energieversorger: E.On-Chef Teyssen zu Brennelementesteuer: "Es spricht manches für eine Klage"

von Andreas Wildhagen

Der Chef des größten deutschen Stromkonzerns E.On, Johannes Teyssen, erwägt, gerichtlich gegen die Brennelementesteuer vorgehen.

„Es spricht manches für eine Klage“, sagte Teyssen im Interview mit der Wirtschaftswoche. Die erste Zahlung der Brennelementesteuer würde für E.On fällig, wenn Ende Mai das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld nach seiner planmäßigen Revision mit neuen Brennelementen wieder in Betrieb geht. Teyssen: „Ich werde Ende Mai die Entscheidung treffen, die ich treffen muss.“

Der E.On-Chef macht seine Klage davon abhängig, wie es mit der Atomkraft nach Ablauf des Moratoriums weitergeht. „Ich muss auch erst die Diskussion in Berlin abwarten. Vielleicht ist eine Klage auch nicht nötig“, sagte Teyssen. „Ich kann mir nicht vorstellen, wie jemand die Brennelementesteuer noch verteidigen will, wenn es keine Laufzeitenverlängerung mehr gäbe. Beides hängt zusammen, die Steuer soll einen Teil der Mehrerlöse aus der Laufzeitverlängerung vorzeitig abschöpfen. Wenn ich später keinen Vorteil habe, geht die Rechnung nicht auf.“

Anzeige

Signale dafür, dass die Brennelementesteuer abgeschafft wird, hat Teyssen bisher nicht erhalten: „Ich werde in Berlin sicher zurzeit niemanden finden, der während des Moratoriums eine Steuerdiskussion mit mir führt.“ Anders als Wettbewerber RWE hatte E.On auf eine Klage gegen das Atom-Moratorium verzichtet. Teyssen sagte dazu: "Ein Unternehmen sollte nicht gegen die Mehrheit des Volkes anklagen." Außerdem wäre der Instanzenweg viel zu lang. "Wenn es zu einer Entscheidung kommt, leben wir in einer ganz anderen Energiewelt."

"Abschalten macht Atomkraftwerke nicht sicherer"

Das Abschalten der älteren Atommeiler in Deutschland senkt die Risiken für die Bevölkerung nach Auffassung von Johannes Teyssen nicht. „Durch Abschalten wird ein Kernkraftwerk nicht sicherer", sagte Teyssen in einem Interview der WirtschaftsWoche. "Das komplette Abkühlen aller Brennelemente dauert fünf Jahre. So lange müssen die Elemente am Standort bleiben." Die von der Bundesregierung angeordnete Stilllegung im Rahmen des Atom-Moratoriums habe "nur die gefühlte Sicherheit erhöht". Der Fall Japan zeige, dass eine stillstehende kerntechnische Anlage ein ebenso hohes Risiko berge wie eine im Betrieb befindliche. Teyssen: „Keiner der Meiler von Fukushima war am Netz, alle hatten sich mit dem ersten Beben abgeschaltet. Bei dreien waren die Kerne sogar komplett entladen."

Im WirtschaftsWoche-Interview wirbt Teyssen für die Vorzüge der Kernkraft. "Es ist gigantisch, was diese Technik leistet." Sie sei nicht nur CO2-frei, auch gebe es "bei der Kernenergie vergleichsweise wenig Abfall". Er wisse auch, dass sie Gefahren und nie völlig auszuschließende Risiken berge. Aber: "Der Einsatz ist hoch, und der Ertrag ist auch hoch."

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%