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Energieversorger: E.On fährt Gas- und Kohlekraftwerke hoch

von Andreas Wildhagen

Deutschlands größter Energiekonzern E.On hat Gas- und Kohlekraftwerke hochgefahren und Wartungsarbeiten verschoben, um Stromausfälle zu verhindern.

Johannes Teyssen sagte gegenüber der WirtschaftsWoche, Netzwerkbetreiber hätten darum gebeten, weil sie kurzfristige Blackouts infolge der abgeschalteten Atommeiler fürchten.

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„Wir bekommen von den Stromnetzbetreibern reihenweise Bitten, welche Kohle- und Gaskraftwerke wir außerhalb der Reihe laufen lassen sollten, damit es nicht zum Spannungsabfall kommt, der einen kurzfristigen Blackout theoretisch möglich machen würde.“ Um welche Kraftwerke es sich handelt, wollte Teyssen aus Wettbewerbsgründen nicht sagen. „Aber wir verschieben auch auf Bitten der Netzbetreiber, sofern das technisch vertretbar ist, Revisionen von Werken, um keinen plötzlichen Spannungsabfall zu erzeugen.“

Teyssen warnt vor Vertreibung wichtiger Industriezweige durch höhere Strompreise

Der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns E.On fürchtet bei steigenden Strompreisen eine Deindustriealisierung Deutschlands. „Ich sorge mich um den Erhalt unserer Industriegesellschaft. Wenn die energieintensive Grundstoff- und Chemieindustrie uns verlassen, ist das für die ganze Wirtschaft schlimm, nicht nur für uns“, sagte Teyssen im Interview mit der WirtschaftsWoche. In einer Wirtschaft ohne Grundstoffindustrie, ohne Stahl- und Aluminiumerzeugung gebe es auch keine heimischen Werkzeugmaschinen mehr „Dann werden auch keine Windkraftwerke mehr bei uns gebaut. Wer die Metallerzeugung und -bearbeitung nicht versteht, der ist auch nicht kompetent bei den Anwendungstechniken. Am Erhalt dieser Industrien bin ich nicht nur als Lieferant, sondern auch als Staatsbürger interessiert.“

Deutschland könne nicht nur von Dienstleistungen und Landwirtschaft leben. „Natürlich hätten wir alle gerne möglichst saubere, energieferne Arbeitsplätze. Aber die Industriearbeiterschaft ist sehr stolz darauf, dass wir Volkswagen und BMWs bauen, das gehört zu unserer Kultur.“ Die Menschen sorgten sich um ihre Arbeitsplätze. „Ich glaube nicht, dass es in der Bevölkerung mehrheitsfähig ist, keine Autos mehr in Deutschland zu bauen.“ Zudem habe jede Energieform „ihre großen Nachteile: die Kohle den CO2-Ausstoß, die Kernenergie das Restrisiko, die Windräder die vielen Beschwerden von Anwohnern.“

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 04.05.2011, 18:58 UhrAnonymer Benutzer: Hellmut Wagner

    Der Artikel ist einleuchtend..
    Ohne die großen, investitionsstarken Energieversorgungsunternehmen ( hohe investitionen in Windenergie u.a ) wird auch die Grundlastversorgung mit Strom für die industrie ( immerhin 2/3 des Verbrauchs ) nicht sichergestellt werden können. Für die Kernenergie müssen Kohle und Gas als Ersatz eintreten, da Sonne und Windenergie unverschämt teuer sind und nicht "grundlastfähig" sind.
    Es wird sich noch mancher Zeitgenosse wundern, in welchem Umfang er künftig zur Kasse gebeten wird. "Trautes Heim, Glück allein mit dem Strom aus Sonnenschein".

  • 02.05.2011, 11:29 UhrAnonymer Benutzer: Tony Katz

    Die Crux ist tatsächlich, daß es nicht immer so Solarstromreiches Wetter wie momentan gibt und die Windstromerzeugung schwankt zwischen 500 MW und 10 GW. Das ärgerliche für die 4 großen Strompreisabzocker ist, daß sie viele Kraftwerke "vorhalten" müssen, da die erneuerbaren - insbesondere Wind und Solar, nicht Strom aus Futter und Monokulturen, sprich biomasse und Wasserkraft und die völlig vernachläßigte Grundlastfähige und Abfallfreie Geothermie eben in der Produktion sehr stark schwangt. Deswegen: selber Strom produzieren, am besten mit erneuerbaren (außer biogas) und als backup bzw. wenns es kälter ist oder man Wärme braucht. bHKW, jedes Großkraftwerk ist eine beleidigung in der Energieeffizienz, ein blockheizkraftwerk lohnt sich schon bei 3 angeschlossenen Haushalten.

  • 01.05.2011, 20:53 UhrAnonymer Benutzer: RDA

    @Lobbyist: Die biogasanlagen speisen Gas ins Gasnetz ein, da es dafür mehr Subventionen als für die Verstromung gibt. insbesondere im Sommer kann es daher tatsächlich zu einem Überschuss im Gasnetz kommen, während das Stromnetz "leerläuft". Eine Lösung könnten Gaskraftwerke sein, die benötigen jedoch mindestens 5 Jahre Vorlauf für Planung und Errichtung. Und die Energiestrategie der bundesregierung ignoriert Gaskraftwerke weitgehend. Außerdem sind die Stromgestehungskosten je kWh bei Gaskraftwerken relativ hoch.

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