Energieversorger: Licht am Ende des EnBW-Tunnels

Energieversorger: Licht am Ende des EnBW-Tunnels

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Hochspannwerk in Ravensburg

von Andreas Wildhagen

Der baden-württembergische Versorger EnBW bugsiert sich langsam aus dem gefährlichen Strategie-Wirbel nach der Energiewende heraus.

Es gab Wochen, da sah es bei EnbW nicht mal mehr aus wie eine Dauerbaustelle, sondern wie eine Ruinenlandschaft. Quasi über Nacht fiel die Hälfte der Atomstromproduktion weg. Neue Windräder im Schwarzwald? Fehlanzeige. Ein neues Gaskraftwerk von EnBW in Düsseldorf? Es fehlte an preiswerter Gasbeschaffung, Verhandlungen mit dem undurchschaubaren Gasförderer Novatek stockten. Eine dringend erwartete Kapitalerhöhung wurde von den großen öffentlichen Aktionären, dem Land und dem Oberschwäbischen Zweckverband – beide halten 46,55 Prozent – verweigert. Schließlich rammte auch noch ein Schiff ein schwimmendes Trafohäuschen vor dem zu Beginn des Jahres gerade voller Stolz eröffnenten Offshore-Windpark vor Rügen und legte damit den EnBW-Windpark in der Ostsee für vier Wochen lahm. Konnte es schlimmer kommen?

Abkehr vom Atomstrom

Der Vertrag von EnBW-Chef Hans-Peter Villis war lange in der Schwebe, in knapp einem Jahr läuft er aus. Eine offizielle Mitteilung des Unternehmens zur Vertragsverlängerung steht noch aus, aber schon pfeifen es die Spatzen von den Dächern: Vorstandschef Villis, kein Schwabe sondern ein Mann aus dem Ruhrgebiet, soll bei EnBW über den Herbst 2012 hinaus weitermachen.

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Kurz zuvor hatte sich das Blatt für EnBW in vieler Hinsicht gewendet. Der Oberschwäbische Zweckverband gab eine Loyalitätserklärung für EnBW ab und stärkte damit seine Beteiligung. In dem erzkonservativen Kommunalverband hat es nie eine Mehrheit für die politische Abkehr vom Atomstrom gegeben, die in Berlin beschlossen wurde.

EnBW ist eine Baustelle

Eine Kapitalerhöhung in Höhe von 800 Millionen Euro will der Zweckverband mitmachen und bringt damit das Land in Zugzwang. Wenn EnBW nicht frisches Kapital bekommt, können die hochfliegenden Pläne der Schwaben nicht realisiert werden. Damit würde auch eine grünrote Energiepolitik im Ländle ins Wasser fallen.

EnBW will Windparks bauen und Gaskraftwerke errichten. Das kostet Milliarden, die das Unternehmen nicht hat. EnBW will aber auch Gemeinschaftsunternehmen zusammen mit Stadtwerken gründen und somit die eigene Basis stärken und nur noch ein Teil der Investitionen stemmen. Solche Gemeinschaftsunternehmen kann man nicht als klammer Partner wuppen, da müssen die Eigentümer ran, wenn sie überhaupt noch ein Interesse an einer Energiepolitik in den Farben von Baden-Württemberg haben. Das aber ist in dem hochindustrialiserten Land mit dem Vorzeige-Mittelstand und Prestige-Industrieunternehmen wie Daimler und Bosch unabdingbar. EnBW ist keine Ruine mehr, sondern eine Baustelle, auf der bereits Konturen des Neubaus grob zu erkennen sind.

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