Energieversorger: SPD-Chef Gabriel rauscht bei E.On vorbei

Energieversorger: SPD-Chef Gabriel rauscht bei E.On vorbei

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Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel auf einem Treffen mit den Betriebsräten des Energiekonzerns E.on

von Andreas Wildhagen

Bei der Tagung des E.On-Konzernbetriebsrates in Düsseldorf zeigte sich, wie tief der Graben zwischen Vorstand und Arbeitnehmervertreter geworden ist.

Der Dienst-Audi preschte am Freitagvormittag vor der E.On-Zentrale vor, als ob der Vorstandsvorsitzende persönlich im Einsatz wäre. Doch auf der Bildfläche erschien nicht Johannes Teyssen, sondern der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel, der am Düsseldorfer Ehrenhof an einer Konzernbetriebratssitzung teilnahm und schweigend zuhörte. Konzernbetriebsratschef Hans Prüfer, auch Aufsichtsrat und Mitglied des Präsidiums, legte ein forsches Tempo vor und seine Wortwahl war nicht zimperlich. Dass der E.On-Chef sich gleich von 11.000 Mitarbeitern trennen wolle und auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschießt, empfindet der Arbeitnehmerführer „als Kampfansage".

Ein Krieg der Worte

Schon seit Tagen liefern sich Vorstand und Betriebsrat von E.On einen Krieg der Worte. „Der Vorstand hat keinen Anstand", sagte Prüfer, weil er bei wichtigen Terminen nicht eingeladen sei. Außerdem vermisst Prüfer ein klares Bekenntnis des Vorstandschefs zum Standort Deutschland. Der Betriebsrat hatte in den vergangenen Tagen Teyssen häufig gefragt, ob er ausschließe, dass die Konzernzentrale Deutschland verlasse.

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Eine Aussprache gab es noch nicht

Darauf hat Prüfer von Teyssen bisher keine Antwort bekommen. „Herr Dr. Teyssen sagt nur, dass E.On 2012 oder 2013 in eine europäische SE-Gesellschaft umgewandelt werden soll.“ Ansonsten gebe er kein Bekenntnis zu Deutschland ab, ziehe sich mit den Betriebsräten allein auf die Formulierung zurück, E.On werde „auch in Zukunft eine Gesellschaft in Deutschland betreiben". Eine Gesellschaft? Das klingt nach Auslagerung der Zentrale - zumal die Bildung einer SE auch die Mitbestimmungsrechte der Gewerkschaften im Gegensatz zu einer deutschen AG deutlich einschränke.

Eine Aussprache zwischen Teyssen und Prüfer gab es nach den massiven Vorwürfen von Prüfer, die er gegenüber der WirtschaftsWoche äußerte, bisher nicht. Teyssen weiche Prüfer aus, sagen Betriebsratsmitglieder verbittert. Auch der SPD-Chef wurde von Teyssen nicht in der eigenen Konzernzentrale empfangen, was Gabriel nach Aussagen seiner engsten Mitarbeiter als Affront empfindet.

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