Energieversorger: Stromriesen E.On und RWE im Leistungsvergleich

Energieversorger: Stromriesen E.On und RWE im Leistungsvergleich

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Eine Leuchttafel zeigt in der Börse in Frankfurt den Kurs der E.ON-Aktie an

von Andreas Wildhagen

RWE und E.On haben blendende Zahlen vorgelegt. Für die Zukunft zeigen sich beide Energieversorger trotzdem pessimistisch und wettern gegen die Brennelemente-Steuer. Einer der beiden Energieriesen hat die große Umbauarbeit noch vor sich - ein Leistungsvergleich.

Es ist Sommer und RWE und E.On präsentieren ihre Halbjahreszahlen, nicht mehr vor Journalisten in ihren prächtigen Hauptverwaltungen, sondern per Telefonkonferenz. Gestern trug E.On-Chef Johannes Teyssen die Zwischenergebnisse vor, heute war es RWE-Boß Jürgen Großmann. Fazit beider Versorger: Die Gewinne stiegen kräftig, bei E.On um 11 Prozent, bei RWE sogar um über 20 Prozent.

Das ist in anderen Branchen ein Grund zum Feiern, zum Selbstlob - und zum Dankeswort an all die Kunden, Großabnehmer und millionenfache Haustarifskunden, die im Zeitalter der Strompreisliberalisierung ihrem Energielieferanten die Treue gehalten haben. Doch eher cool kam die Angabe der Zahlen durch die Telefonleitung, so berichten es die Teilnehmer. Lautstark dagegen erscholl das Klagelied der beiden Energieriesen.

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Heftige Kritik an Atom-Politik

Beide Vorstände gingen bald nach Darstellung der durch Strompreiserhöhungen komfortabel gewordenen Geschäftslage über zur Attacke: E.On-Chef Teyssen platzte förmlich der Kragen: Im Koalitionsvertrag sei eine ideologiefreie, technolgieoffene und marktorientierte Energiepolitik versprochen worden, lästerte der seit Mai als Nachfolger von Wulf Bernotat amtiertende Konzernlenker. Zehn Monate nach dem Koalitionsvertrag, so Teyssen, bestehe für ihn immer noch keine Klarheit über die Zukunft der Atomkraftwerke, von denen allerdings der Düsseldorfer Riese E.On im Gegensatz zu RWE in nächster Zeit keinen Meiler wegen Ablauf der vereinbarten Betriebszeit abschalten muss. Bei RWE ist das anders: Die Essener müssen Biblis A und B spätetestens 2011 vom Netz nehmen und damit auf eine im Laufe der Jahre milliardenschwere Einnahmequelle verzichten.

Vor allem die geplante Brennelementesteuer brachte Teyssen in Rage. Er prognostizierte, dass diese Steuer das Vorsteuerergebnis von E.On mit rund 1,3 Milliarden Euro pro Jahr belasten wird, im ersten Halbjahr 2010 betrug der Konzernüberschuss bei E.On 3,2 Millarden Euro. Auch RWE-Lenker Großmann drohte den Berliner Politikern, wenn auch indirekt. Die Politik stehe im Wort, "klare Aussagen" für die Zukunft der Kernenergie in Deutschland zu treffen. "Dies ist unsere langfristig angelegten Investitionen zwingend erforderlich". Im Klartext: Von der Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke, aber auch von der künftigen Besteuerung der Kernkraftwerke hängt die Höhe der Investitionen ab.

Auch RWE-Chef Großmann schoss scharf gegen die geplante Brennelemente-Steuer: "Sollte dieses Vorhaben Wirklichkeit werden, würde es in erheblichem Umfang unsere Ertragskraft schmälern", erklärte er bei Vorlage der Zahlen.

E.On ist etwas pessimistischer als RWE. Beide sehen für das Jahr 2010 Gewinnsteigerungen in ihren Büchern. E.On glaubt eine Verbesserung um drei Prozent, RWE an einen Schub von fünf Prozent. Solche Vorhersagen galten in der Branche bisher als äußerst vorsichtig. Denn vor dem Hintergrund verbesserter Konjunktur, ThyssenKrupp, BASF, Bayer, Daimler und Volkswagen sind nach Monaten der Low-cost-Politik wieder bedeutende Energiefresser, müsste es eigentlich einen strahlenderen Ausblick geben.

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