Energiewende: Ausbau der Gaskraftwerke stockt

Energiewende: Ausbau der Gaskraftwerke stockt

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Grafik: Gaskraftwerke.

von Andreas Wildhagen

Hohe Gaspreise und unkalkulierbare Auslastung drücken die Investitionslust der Versorger nach unten. Eine Lösung ist nicht in Sicht.

Ich baue ein Gaskraftwerk nur dann, wenn ich vernünftige Beschaffungspreise bekomme“, sagt EnBW-Chef Hans-Peter Villis trotzig. Seit Frühjahr hämmern Berliner Politiker auf die Energiekonzerne ein, sie sollten in emissionsarme Gasmeiler investieren. Die Bilanz scheint auf den ersten Blick ganz gut zu sein: Bis 2022 werden 26 Gaskraftwerke benötigt. Eines wurde im Spätsommer im bayrischen Irsching von E.On in Betrieb genommen. 13 müssen bis spätestens 2016 in Dienst gestellt werden, vier davon bereits im nächsten Jahr. Aber bei neun Kraftwerken steht das Datum des Hochfahrens noch gar nicht fest, sie sind noch in Planungs- und Finanzierungs- fragen verheddert. Grund der grassierenden Planungsunsicherheit sind die hohen oder ungeklärten Bezugspreise für den Brennstoff.

Stockender Ausbau

Der baden-württembergische Energiekonzern EnBW zögert mit dem Bau eines Gaskraftwerks in Düsseldorf. Denn die Verhandlungen mit dem Gasförderer Novatek haben bisher zu keinem Ergebnis geführt. Auch der Essener Konkurrent RWE ringt seit drei Monaten mit Gazprom um niedrigere Gasbeschaffungspreise – bisher vergeblich. Gazprom denkt nicht daran, von den langfristig vereinbarten hohen Gaspreisen herunterzugehen, obwohl auf den europäischen Spotmärkten verflüssigtes Erdgas etwa aus Alaska wesentlich weniger kostet. Ein weiterer Grund für den stockenden Ausbau der Gaskraftwerke liegt in den wirtschaftlichen Risiken ihres Betriebs.

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Denn die Anlagen sind dazu bestimmt, künftige Spannungsschwankungen durch Strom aus Windenergie auszugleichen. „Wir haben zwar für uns günstige Gasquellen in der Ostsee, aber wir kennen die Lastprofile im deutschen Netz nicht, können also auch keine Gaskraftwerkskapazitäten einplanen“, klagt Dong-Manager Matthias Wendel. Eine verlässliche Netzplanung, die den Ausgleich etwa zwischen dem energiehungrigen und windenergiearmen Baden-Württemberg und dem sturmreichen Schleswig-Holstein gewährleistet, gibt es bisher nicht. Der erforderliche Bedarfsplan für die Ertüchtigung des vorhandenen Stromnetzes ist weder erstellt, geschweige denn von der Bundesnetzagentur genehmigt. Darauf stellt sich die Behörde erst für die zweite Hälfte 2012 ein.

Zurückhaltung der Versorger

Die Zurückhaltung der großen Versorger rührt aber auch daher, dass sie durch den Wegfall der Atomgewinne und die drohende Brennelementesteuer auf Geld angewiesen sind. Einen Lichtblick zumindest sieht EnBW. Der kommunale Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke, mit 46,55 Prozent zweiter großer Aktionär bei EnBW neben dem Land, will trotz knapper Haushaltslagen bei einer Kapitalerhöhung in Höhe von 800 Millionen Euro mitziehen. Das könnte die Lust auf Investitionen in Gaskraftwerke beflügeln. Allerdings zierte sich das Land noch mitzuziehen.

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