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Energiewende: Die Gewinner und Verlierer des Atomausstiegs

Welche Unternehmen einen vorzeitigen Ausstieg aus der Atomenergie gut verkraften oder sogar davon profitieren können und welche Konzerne zu den Verlierern gehören.

ICE Zuege Quelle: AP
ICE Zuege Quelle: AP

Ein Ausstieg aus der Kernenergie würde die Deutsche Bahn hart treffen: Der Konzern ist der größte Stromabnehmer des Landes – der Jahresverbrauch entspricht mit zwölf Terawattstunden in etwa dem der Millionenmetropole Berlin. Schon die Abschaltung der sieben ältesten Kernkraftwerke vergangene Woche spürt das Schienenunternehmen: Vom Atommeiler Neckarwestheim 1 bezog die Bahn einen Teil ihres Fahrstroms direkt – das Kraftwerk war das bisher einzige, das den für Großabnehmer üblichen 50-Hertz-Strom in die für den Bahnbetrieb nötige Frequenz von 16,7 Hertz umwandeln konnte. Deshalb hält die Bahn sogar einen Anteil von knapp einem Prozent an Neckarwestheim 1.

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Bahn-Chef Rüdiger Grube muss die plötzliche Energiewende der Bundesregierung daher mit gemischten Gefühlen betrachten. „Fakt bleibt: Für eine Übergangszeit wird es ganz ohne Kernenergie nicht gehen, bis sie von erneuerbaren Energien abgelöst wird“, so die offizielle Sprachregelung. Zwar bleiben auch nach der Abschaltung von Neckarwestheim 1 keine Züge im Depot. Doch wenn die Deutsche Bahn mehr Strom im öffentlichen Netz zukaufen muss, bringt das die Wirtschaftlichkeitsrechnung des Konzerns durcheinander.

Steigende Stromrechnung

Zum einen ist Atomstrom deutlich billiger als etwa Strom aus erneuerbaren Energien. Verschiebt sich der Atomanteil bei der Bahn – bisher 22 Prozent – zugunsten regenerativer Quellen – bislang knapp 20 Prozent – oder der Kohle- und Gaskraftwerke, dürfte die Stromrechnung auf jeden Fall steigen. Hinzu kommt: Bisher umgeht die Bahn über Direktverträge mit den Versorgern teure Zwischenhändler. Das wird nach der Abschaltung von Neckarwestheim 1 nun schwieriger. Probleme gibt es auch beim neuen Kohlekraftwerk Datteln 4, das E.On betreiben will: Die Fertigstellung stockt wegen Planungsfehlern. Die Anlage im Westfälischen sollte von 2012 an per Direktvertrag etwa 20 Prozent des Bahn-Stroms liefern. Ob sie bis dahin in Betrieb geht, ist aber völlig offen.

Die Bahn-Manager suchen deshalb nach Mitteln gegen die Malaise, die ihnen die Energiewende beschert. Eine Alternative wäre der Bau weiterer Umrichterwerke in der Nachbarschaft der Versorger. Die würden dem Schienenriesen erlauben, normalen Strom direkt beim Erzeuger zu kaufen und ihn in Bahn-Strom umzuwandeln. Eine solche Anlage baut die Bahn gerade für 46 Millionen Euro am Atomkraftwerk Neckarwestheim 2. Fertig ist der Bau allerdings erst im Oktober 2012. Und wie lange Neckarwestheim 2 noch läuft, das wird jetzt erst neu entschieden.

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20 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 07.04.2011, 22:52 UhrKlaus

    in der besagten Tabelle Gewinner und Verlierer fehlen noch die größten Verlierer dieses Energie - Konversionsprozesses , nämlich die privaten Haushalte. Wenn man nämlich ohne Not eine funktionierende Technik ersetzt, dann kostet das zunächst zusätzliche investitionen. Wenn auch noch die neuen Stromproduktionskosten höher sind als die alten, dann ist das volkswirtschaftlich gesehen ein teurer Unfug, der schlicht und ergreifend von allen Deutschen ein Stück Wohlstand stiehlt. Einige halbwegs seriöse Schätzungen Prognoserechnungen) sehen so zwischen Euro 200 und 1000 pro Jahr und Haushalt zusätzlich entschwinden. Kernkraftgegner haben an dieser Stelle häüfig das Argument parat, daß in den heutigen Energiepreisen von AKW´s die Lagerungskosten nicht für zigtausend Jahre enthalten sind. Das mag vielleicht richtig sein, aber da Deutschland einige AKW´s bereits betreibt, fallen diese als Einmalkosten Kosten ohnehin an. Und ob da noch ein paar mehr abgebrannte brennstäbe eingelagert werden oder nicht, ändert an diesem Kostenblock sicher so gut wie Nichts.

  • 07.04.2011, 08:25 UhrDerBWLer

    Atomstrom ist nicht billig oder billiger. Wer das behauptet, kennt die (steuerrechtliche) Subventionslage nicht und vergisst, dass kein Mensch heute die Endlagerfrage beantworten oder bezahlen kann - außer den nächsten 8-12 Generationen natürlich, die werden uns für UNSEREN "billigen" Strom defintiv nicht dankbar sein.

  • 06.04.2011, 02:17 UhrwinterSonne

    Wir erlauben es uns wegen der Panikmache dieser grünen Neinsager
    und industriefeinde, die sichersten Kernkraftwerke der Welt abzuschalten. Obendrein importieren wir nun denselben Atomstrom aus Meilern andrerer Länder. Jetzt soll doch mal Trittin oder Roth und Consorten erklären, was da für eine Logik dahinter steckt. ich kkann das eigentlich sofort beantworten. Dieses Weltretter und Gutmenschentum hat keine Logik. Kein andreres Land dieser Welt wird unserem beispiel folgen. Der einzige positive Effekt wird sein, dass Länder mit Atomstromerzeugung ihre Werke schärfer kontrollieren werden. Ansonsten werden andere an unserer Dummheit und Überheblichkeit verdienen. Wir schieben aberwitzige Milliarden Euro Subventionen nach China (Solarwirtschaft) und bilden uns ein, das wir cleverer sind als andere. Aber der Tag, wo mit diesem grünnen Schwachsinn abgerechnet wird, der kommt und ich glaube nicht das sich die Menschen wie in dieser bW-Atomhysteriewahl noch einmal hinters Licht führen lassen. Lasst Euch nicht verarschen, wer alternativen Strom kauft bekommt trotzdem Atom, Kohle und Gasstrom aus der Steckdose und ändert damit nur soviel, das seine Kröten zu so einem grünen Halsabschneider wandern.

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