Entscheidung: Karrierestrategien: Der richtige Kick - Seite 5

Entscheidung: Karrierestrategien: Der richtige Kick

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Fundierte Ausbildung gefragt Zuvor allerdings hatte sie sich gründlich in der Szene umgeschaut. Neben ihrem Studium an der Esmod, einer internationalen Modeschule in München, suchte sie sich auf eigene Faust Praktika bei Modeschöpfern in New York und Paris. „Ich wollte unbedingt ins Ausland, und ich wollte von Leuten lernen, die wirklich gut sind. Denn die Modewelt ist nun mal international, also nichts für Stubenhocker“, sagt Kiefer. Bei den New Yorker Couturiers Nicole Miller und Todd Oldham lernte sie dann auch gleich noch, wie man ein Unternehmen managt. Das Know-how half ihr später bei der Gründung ihrer Firma, wie auch den Entschluss dazu zu fassen. Denn beim Blick hinter die Kulissen der Designerschmieden stellte sie fest: „Für die Promis zu zeichnen, das reicht mir nicht. Ich will, dass mein eigener Name darunter steht.“ Ihre Berufskollegin Jette Joop kann das gut verstehen. Die Tochter des renommierten deutschen Designers Wolfgang Joop hat stets ihren ganzen Ehrgeiz darangesetzt, aus dem Schatten ihres Vaters zu treten. Die Beispiele von Kiefer und Joop zeigen aber noch etwas anderes: Talent und Praxiserfahrung alleine reichen nicht aus, um Berufsträume Wirklichkeit werden zu lassen. „Das wird vorausgesetzt, genauso wie eine fundierte Ausbildung oder gute Leistungen“, sagt Professorin Sonja Bischoff, die seit Jahren wissenschaftlich die Karriereverläufe von Führungskräften unter die Lupe nimmt. Mindestens genauso wichtig für den beruflichen Erfolg sei heute Zielstrebigkeit: Nur wer sein Ziel genau kennt, kann es auch erreichen. „Erfolgreiche Menschen“, so die Hamburger Wissenschaftlerin, „haben eine klare Strategie im Kopf, die sie konsequent verfolgen.“ Strebt jemand etwa eine führende Position in der Wirtschaft an, sollte er bereits seine Studienwahl daran ausrichten. So werden Führungspositionen beispielsweise hier zu Lande zu 80 Prozent an Wirtschaftswissenschaftler, Ingenieure oder Naturwissenschaftler vergeben. Tests zur Berufsorientierung Jede vernünftige strategische Berufsplanung setzt jedoch Selbsterkenntnis voraus. „Ich muss wissen, was ich will und was ich kann, sonst fehlt mir die Orientierung“, sagt Ulrike Schuldes vom Psychologischen Dienst des Kölner Arbeitsamtes. Daran aber hapere es bei vielen Schulabgängern. So fand das Deutsche Jugendinstitut in München heraus, dass gerade Abiturienten oft ratlos vor der Berufswahl stehen und keine Ahnung haben, wie sie ihre Ziele realisieren können. Dabei gibt es zahlreiche Angebote, die ihnen bei der Ortung der eigenen Begabungen und Neigungen auf die Sprünge helfen können. Der Psychologische Dienst der Arbeitsämter etwa bietet mehrstündige Berufswahltests mit anschließender Auswertung an. Auch im aktuellen Next-Heft gibt es einen Test, den die Münchner Psychologin und Karriereberaterin Dorothea Böhm exklusiv entwickelt hat. Dieser zweistufige Test kann dabei helfen, die eigenen Stärken und Schwächen besser kennen zu lernen sowie das eigene Karrierepotenzial einzuschätzen. Darüber hinaus enthält er Tipps, wie Sie Ihr Potenzial noch steigern können. Doch nicht nur fehlende Selbsterkenntnis erschwert die richtige Berufswahl, sondern auch das mangelnde Wissen über infrage kommende Berufsbilder. Denn obwohl in Deutschland mehr als 360 verschiedene Ausbildungsberufe existieren, stürzt sich das Gros der Schulabgänger jahrein, jahraus auf immer die gleichen Berufe: Kaufleute jeglicher Couleur, darunter auf den ersten Rängen Bank-, Industrie- und Versicherungskaufleute, dicht gefolgt von den immer gleichen IT- und Medienberufen.

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