Erdbeben in Japan: Deutsche Unternehmen kommen glimpflich davon

14. März 2011
Ein Lastwagen der Quelle: dpa/dpawebBild vergrößern
Ein Lastwagen der Daimler-Tochter Mitsubishi Fuso Quelle: dpa/dpaweb
von Wilfried Eckl-Dorna

Deutsche Großunternehmen haben in Japan Werke mit tausenden Mitarbeitern. Nach bisherigen Erkenntnissen ist die Erdbeben-Katastrophe für Daimler, Siemens und Co. glimpflich verlaufen. Manche können sogar völlig normal weiterproduzieren.

Die Niederlassungen deutscher Unternehmen haben nach bisherigen Erkenntnissen das Erdbeben und den Tsunami in Japan vergleichsweise glimpflich überstanden. Bislang hat keines der betroffenen Unternehmen Toten haben sie keine Toten oder Verletzten zu beklagen. Aus Sicherheitsgründen haben viele Großunternehmen aber ihre ausländischen Mitarbeiter ausgeflogen.

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Der vergleichsweise milde Ausgang für die deutschen Unternehmen liegt zum Teil auch an der relativ geringen Präsenz deutscher Firmen in Japan. Der Anteil deutscher Auslandsinvestitionen in Japan ist laut Angaben des Bundes der deutschen Industrie (BDI) eher gering. Anfang 2009 stammten 3,6 Prozent aller Auslandsinvestitionen in Japan aus Deutschland. Insgesamt haben deutsche Unternehmen 8,9 Milliarden Euro in Japan investiert. Laut Angaben des BDI gibt es gut 400 Niederlassungen und Joint-Ventures deutscher Unternehmen in Japan. Insgesamt haben die Niederlassungen und Joint-Ventures der Deutschen 76.000 Beschäftigte.

Im Folgenden ein Überblick über die Auswirkungen für einzelne Unternehmen:

Daimler

Insgesamt 12.800 Mitarbeiter beschäftigt der Autobauer Daimler in Japan. Daimlers insgesamt acht Werke liegen in der Region rund um Tokio. Laut aktuellem Kenntnisstand ist keiner der Daimler-Mitarbeiter zu Schaden gekommen. "Die Gebäudeschäden halten sich absolut in Grenzen", sagte Daimler-Pressesprecher Florian Martens gegenüber wiwo.de. Auch die Produktionsanlagen seien relativ glimpflich davongekommen.

Dennoch hat Daimler heute bekanntgegeben, dass die Produktion in den acht Werken seiner Nutzfahrzeugtochter Mitsubishi Fuso ruht. Produktion und Verwaltung bleiben diese Woche geschlossen. Es seien aber noch jede Menge Leute vor Ort, die Vorbereitungen treffen, um die Produktion wieder hochzufahren, so Martens gegenüber wiwo.de.

Die genauen Ausfallssummen, die Daimler durch den Stillstand der Produktion entstehen, lassen sich noch nicht beziffern. "In Summe hat das Land jede Menge Herausforderungen", sagte Martens zu wiwo.de. Den rund 60 ausländischen Mitarbeitern in Japan und ihren Angehörigen und Familien hat Daimler freigestellt, das Land zu verlassen. Ein Großteil von ihnen ist laut Martens auf der Heimreise.

BMW

BMW beschäftigt in Japan insgesamt rund 700 Menschen. Neben einer Vertriebsorganisation in Tokio betreibt der Autobauer unter anderem auch ein Entwicklungsbüro in der Hauptstadt. BMW hat seine 50 deutschen Mitarbeiter aus Japan nach Hause geholt. Seinen japanischen Mitarbeitern habe der Konzern angeboten, sie bei der Suche nach sicheren Unterkünften im Süden des Inselstaats zu unterstützen.

Über die wirtschaftlichen Folgen lasse sich angesichts der unübersichtlichen Lage derzeit aber noch nichts sagen, sagte der Sprecher. Das Unternehmen hat in Japan im vergangenen Jahr rund 44 000 Autos der Marken BMW und Mini verkauft. Das sind rund 3 Prozent des weltweiten Gesamtabsatzes von 1,46 Millionen Autos. Das Land gehört damit zu den kleineren Märkten.

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Kommentare | 5Alle Kommentare
  • 15.03.2011, 12:39 UhrPrivate

    @Super-Gau:

    Willkommen im Club der selbsternannten Experten und Alleswisser. Mit dumpfer Angst, abgeschaltetem Gehirn und scharfer Dogmatik kann man heute bis in HEUTE-Journal kommen. Fachwissen ist nicht erforderlich! Sie sollten sich sofort dort melden. Leute ihres Kalibers werden dringend als Ratgeber gebraucht.

  • 14.03.2011, 17:12 UhrMicha

    in Gundremmingen/bayern, Deutschland wird übrigens auch mit Plutonium gearbeitet!

  • 14.03.2011, 15:16 Uhrcheck

    Wind entscheidet über Zukunft des Handelsriesen Japan?!?
    Megacrash oder baldige Erholung ?!?

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