Erdbeben-Katastrophe: Japanische Produkte fehlen der Weltwirtschaft

Erdbeben-Katastrophe: Japanische Produkte fehlen der Weltwirtschaft

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Geschäft für Videospiele in Japan

Während Japan sich langsam an den Wiederaufbau macht, schielen internationale Konzerne ängstlich nach Fernost. Die Weltwirtschaft ist in vielen Bereichen abhängig von den Exporten. Nur: Dort stehen derzeit viele Bänder still.

Zehn Millionen Autos rollten im vergangenen Jahr von japanischen Bändern, 32 Prozent der Autos, die weltweit verkauft werden, sind aus Japan. In fast jedem Wagen ist irgendwo ein japanisches Produkt. Und nun passiert in den japanischen Werken gar nichts mehr. Kein Auto rollt vom Band, keine Schraube, kein Bremskabel, nichts. Das macht die Autobauer nervös. Zwar stecken in Autos aus Europa weniger japanische Teile als in denen von US-Herstellern, trotzdem machen sich die Auswirkungen auch hierzulande bemerkbar.

Opel hat die Bänder bereits einen Tag lang anhalten müssen, weil die Einzelteile aus Japan fehlen. Volkswagen überprüft bereits die Lieferketten und sucht nach neuen Lieferanten für die Abstandshalter beziehungsweise die Sensoren. Ohne dieses kleine japanische Produkt funktioniert es nicht. Der Porsche 911 lässt sich ohne Japan nicht schalten und beim Porsche Cayenne gibt es weniger Automatikfahrzeuge. Die Getriebe kommen größtenteils aus Fernost.

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Weltweit ist der Inselstaat der drittgrößte Produzent von Elektronik – nach China und den USA – und in Fahrzeugen steckt eine ganze Menge davon drin. Software für Navigationsgeräte – aus Japan. Klimaanlagen – aus Japan, Sicherheitssysteme – aus Japan. Die Automobilhersteller haben Angst vor weiteren Lieferengpässe, denken über Produktionsstopps nach. Auch in den USA fehlt Japan schmerzlich: Beim Opel-Mutterkonzern General Motors mangelt es an Teilen für die Pick-Ups, die Produktion ruht. Subaru und Toyota reduzierten die Produktion in den USA. Zwar wollen Nissan, Honda und Toyota demnächst die Produktion wieder aufnehmen, so effektiv wie vor der Katastrophe wird es aber sicher nicht laufen.

Lieferengpässe beim iPad2

Im vergangenen Jahr bezog Deutschland Technik-Produkte im Wert von 1,8 Milliarden Euro aus Japan. Den größten Teil (730 Millionen) machte Unterhaltungselektronik wie Fernseher und Kameras aus, gefolgt von Computern, Druckern und anderen IT-Produkten (670 Millionen) und Handys (430 Millionen). Alles zusammen entspricht das nicht einmal fünf Prozent der Technik-Einfuhren nach Deutschland. Fielen diese Importe weg, wäre das spürbar, aber wohl für Deutschland kein Drama.

Anders in den USA: Dort gibt es schon direkt nach der Premiere Lieferengpässe beim iPad2, mehr als 40 Prozent eines in den iPads verbauten Halbleiterchips kommen aus Japan. Kommt es bei diesem Flash-Speicherchip zu Lieferschwierigkeiten, können die Preise gewaltig in die Höhe steigen. Und nicht das iPad ist betroffen: Japan stellt circa 60 Prozent der weltweiten Produktion davon her, die Chips stecken in Handys, in MP3-Playern und Computern. Allgemein rechnet die Chipindustrie mit Preissteigerungen.

Bei der amerikanischen Technologiefirma Hewlett-Packard gibt es Schwierigkeiten mit der Beschaffung von Teilen für Laserdrucker, die das Unternehmen aus Japan bezieht. Handys von LG und die Hersteller von Nintendo-DS-Konsolen sind ebenfalls auf Teile aus Japan angewiesen. Es fehlt allerdings nicht nur bei den Consumer Electronics, auch die deutschen Maschinenbauer beziehen ihre Elektronik aus Asien.

Bangen um Börsengänge und Fische

Außerdem verzögern die Produktionsstopps in Japan hierzulande einige Börsengänge: Der Netzbetreiber Kabel BW wollte bis Ostern den Schritt gewagt haben, nun wird er wohl vom US-Medienkonzern Liberty Global gekauft. TUI wollte Hapag Lloyd an die Börse bringen, verschiebt die IPO nun aber wohl, der Dienstleister ISS aus Dänemark hat bereits bestätigt, nicht an die Börse zu gehen. seinen für März geplanten Börsengang bereits abgesagt. Grund: Die Katastrophe in Japan samt all ihren Nachwirkungen schürt die Angst, dass Aktien nicht hoch genug bewertet werden.

Und noch ein weiterer Bereich ist betroffen: Das Sushi. Shanghai hat direkt nach der Katastrophe angefangen, exportierte Lebensmittel auf Verstrahlung zu überprüfen, Thailand kontrolliert ab heute. Vielleicht sollte der Rest der Welt das auch tun: Rund 15 Prozent der weltweiten Fischfänge kommen aus Japan.

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