Erdgas: Nur fünf Gasversorger wollen kurzfristig Preise senken

Erdgas: Nur fünf Gasversorger wollen kurzfristig Preise senken

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Ein Gasflamme brennt unter der Pfanne in einer Kueche in Stuttgart.

Gute Nachrichten zum Beginn der Heizsaison: Die ersten deutschen Gasversorger planen laut einem Bericht des Energieportals Verivox.de kurzfristig Preissenkungen. Fünf regionale Energielieferanten wollen demnach ihre Kunden entlasten, die Preise fallen um bis zu 6,7 Prozent. Mit Preissenkungen auf breiter Front dürfen Verbraucher aber nicht rechnen.

Vorreiter sind die Stadtwerke Merseburg, die bereits zum 1. November Ihre Endkundenpreise um 1,1 Prozent ermäßigten. Die übrigen Ankündigungen beziehen sich auf den 1. Dezember und den Jahreswechsel, sie betreffen die Anbieter Medl (Mühlheim/Ruhr), Gasanstalt Kaiserslautern, Erdgas Schwaben Augsburg und Rheinenergie.

Nachdem sich der Ölpreis in den vergangenen Monaten von seinem Höchststand bei 147 Dollar pro Barrel verabschiedet hat wurden die Rufe nach Preissenkungen immer lauter. So forderte die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW), Claudia Kemfert, die Energieversorger zu drastischen Abschlägen auf.

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Wegen des starken Ölpreisverfalls könne der Gaspreis im Schnitt "schon jetzt 20 Prozent niedriger sein“. Andere Marktbeobachter geben sich zurückhaltender und verweisen auf die Eckpunkte der Ölpreisbindung, nach denen der Gaspreis erst mit rund sechsmonatiger Verzögerung auf die Schwankungen beim „schwarzen Gold“ reagiert. So bekundete beispielsweise der Verivox-Energiefachmann Peter Reese im Interview mit der WirtschaftsWoche, dass er erst für das kommende Frühjahr mit nennenswerten Preisabschlägen rechne.

Einige Anbieter senken, viele halten an Erhöhungen fest

Die Marksituation ist derzeit unübersichtlich: Parallel zu den ersten Preissenkungen halten zahlreiche andere Versorger an den vor Monaten angekündigten Erhöhungen fest. So haben allein zum Stichtag 1. Oktober 329 der rund 750 deutschen Gaslieferanten ihre Bezugspreise um durchschnittlich 15 Prozent angehoben, zum 1. November folgten weitere 13 Gaswerke.

Grundlage für die Preisentwicklung des Erdgases ist seit Jahrzehnten der Rohölpreis: Als Gas noch nicht auf breiter Front als Brennstoff eingesetzt wurde sicherten sich die Förderländer durch die Kopplung kalkulierbare Preise. In den üblichen Lieferverträgen zwischen Produzenten und deutschen Ferngasgesellschaften dient der durchschnittliche Ölpreis aus sechs Monaten als Grundlage, die so gebildeten Gaspreise haben drei Monate Bestand.

Allein aufgrund dieser längerfristig ermittelten Kalkulationsgrundlagen erscheinen spontane Preissenkungen beim Gaspreis wie eine Wette auf die weitere Entwicklung des Ölpreises: Ein spontanes Anziehen der Marktpreise würde den mehrmonatigen Durchschnitt wieder anheben und beim Gaspreis für ein Verharren auf hohem Niveau sorgen.

Auch Verivox rechnet nicht mit Preissenkungen auf breiter Front wie eine Sprecherin bekräftigte. Das seien „Einzelfälle und mit Sicherheit nicht der Beginn einer Welle“.

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