Ergo : Die Schlammschlacht geht weiter

KommentarErgo : Die Schlammschlacht geht weiter

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Ergo-Chef Torsten Oltezky

von Anke Henrich

Der Ergo-Chef verspricht aufzuräumen. Im Hintergrund ziehen PR-Agenturen die Fäden und das nicht Mal schlau.

Eher ließe sich ein Pudding an die Wand nageln, als dass der dauerlächelnde Ergo-Chef Torsten Oletzky  zu heiklen Themen klare Aussagen machen würde. So war es auch auf der heutigen Pressekonferenz, auf der der Versicherungskonzern rund 50 Journalisten darlegen wollte, was genau alles im Geschäftsgebaren der vergangenen Jahre auf Budapester Lustreisen und gegenüber der Kundschaft falsch gelaufen ist. Wie Ergo es mit Hilfe der Wirtschaftsprüfer von PriceWaterhouseCoopers umfassend aufgedeckt hat und mit welchen Methoden man in Zukunft Partys und Provisionsschinderei zu verhindern gedenke.

Die Zusammenfassung a) ist alles dumm gelaufen, b) Oletzky hatte damit nichts zu tun, c) die Aufarbeitung ist vorbildlich und als solche von PwC attestiert.

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Das Ganze klang allerdings wie von den Werbestrategen der laufenden Ergo-Sympathiekampagne weitergesponnen - einschließlich der angekündigten Verbesserungsmaßnahmen wie der Installation eines Kundenanwalts, nun doch auch schriftlicher Benimm-Regeln für die Vertriebstruppen und einem verlängertem Rücktrittsrecht der Kunden.

Schuldig blieb Oletzky aber die Antwort auf die Frage, wie es wirklich zu der Schlammschlacht zwischen dem Konzern mit 20 Millionen Kunden und den ausgestiegenen Vertrieblern gekommen ist, die seit dem 20. April über eine Tageszeitung Informationen über unsolide Geschäfte der Ergo durchstechen.

Ebenso was das Ganze der Ergo kosten wird und wie der Mutterkonzern Münchner Rück den PR-Gau wirklich sieht. Gerade letzteres lässig vom Tisch zu fegen mit dem Hinweis, griechischen Anleihen seien bei deren Vorständen das interessantere Thema, klingt wie Hohn.  

Erpresser und Helfer

Inzwischen geht es längst um Erpressung: Die früheren Vertriebsleute der Ergo sollen im Streit um Millionenbeträge, die ihnen vermeintlich aus früheren Geschäftsabschlüssen zustünden, aber die Ergo nicht rausrücke, die Versicherung erpresst haben. Als die nicht wie gewünscht die Millionen locker machte, erschien im Handelsblatt eine unübersehbare Anzeige über die ersten Ungereimtheiten bei der Ergo. Der Versicherer hat inzwischen Anzeige erstattet.

Längst bezahlen beide Seiten PR-Berater, um medial ihre Sicht der Dinge mehr oder weniger geschickt zu lancieren. Ergo bezahlt die Agentur Brunswick. Die ehemaligen Ergo-Mitarbeiter wiederum bedienen sich der Kölner PR-Agentur Brunomedia um Druck auf die Ergo auszuüben.

Doch heute saß die Ergo als Hausherr am längeren Hebel. Der Brunomedia-Chef höchst selbst hatte sich im Vorfeld als Journalist für die Pressekonferenz angemeldet und an teilnehmende Journalisten schon am Vorabend die Fragen verschickt, die er Oletzky zu stellen gedenke, damit die Wahrheit endlich ans Licht – und in die Presse – käme.

Allein, die Ergo verwehrte ihm den Einlass zur Pressekonferenz mit der Begründung, der PR-Mann sei nun mal kein berichterstattender Journalist.

Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit. So kommen ihr beide Seiten nicht näher.

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