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Ernst Lieb: Warum der US-Chef von Mercedes gehen musste

von Sönke Iwersen und Thomas Jahn Quelle: Handelsblatt Online

Die Autobranche rätselt: Warum ist Ernst Lieb nicht mehr US-Chef von Mercedes? Die Botschaft aus der Zentrale ist eindeutig: Wer sich nicht an die Regeln hält, fliegt. Ganz gleich wie erfolgreich, ganz gleich wie loyal.

Der ehemalige Mercedes-Chef in Quelle: dpa
Der ehemalige Mercedes-Chef in den USA , Ernst Lieb Foto: Justin Lane dpa Quelle: dpa

Die Botschaft aus der Stuttgarter Zentrale ist eindeutig: Wer sich nicht an die Regeln hält, fliegt. Ganz gleich wie erfolgreich, ganz gleich wie loyal. 36 Jahre lang war Ernst Lieb für den Daimler-Konzern tätig. Er erlebte Glanzzeiten und Krisen, den Umbau zum "integrierten Technologiekonzern" von Edzard Reuter und zur "Welt AG" von Jürgen Schrempp.

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Die Vorstände gingen, Lieb blieb. In den ersten neun Monaten 2011 legte er als Mercedes-Chef in den USA mit einem Absatzplus von zehn Prozent glänzende Zahlen vor. Vor wenigen Tagen wurde er mit sofortiger Wirkung freigestellt. Als Begründung gab es offiziell nur Schweigen.

Privates und Berufliches verbunden?

Insider dagegen wussten schnell Bescheid. "Ernst wurde gewarnt, aber er hat es wieder getan", sagt ein langjähriger Daimler-Manager. Lieb sei bereits vor 2011 aufgefallen, weil er private Geschäfte mit seinem beruflichen Einfluss verband. Nach Aussage eines mit den Vorgängen vertrauten Managers verstieß Lieb gleich mehrfach gegen interne Richtlinien. So soll er sein Haus in der Nähe von New York auf Kosten von Daimler luxuriös ausgebaut haben.

War ein Whistleblower am Werk?

Dazu rechnete er Beiträge für den Golfklub ab. Auch soll es zu "Gefälligkeitsgeschäften" gekommen sein, als mögliches Beispiel nannte ein Informant das Ausleihen von Autos im Gegenzug für einen Upgrade bei einer Flugreise. Im Umkreis von Mercedes USA wird darüber spekuliert, ob ein interner "Whistleblower" die Verstöße von Lieb weitergab.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.10.2011, 17:55 UhrAnonymer Benutzer: Chris

    Der Rauswurf ist, wenn das hier vorgetragene stimmt, absolut richtig. Das sind keine Petitessen wie beim "Stromklau" durch Handyaufladen oder die mitnahme nicht mehr gebrauchter Lebensmittel.

  • 19.10.2011, 20:23 UhrAnonymer Benutzer: Compliance

    bei den ersten Faellen, die Jahre zuruecklagen und Managern zur Last gelegt wurden konnte man noch mit einem gewissen bedauern reagieren. Heute weiss aber jeder wie es laeuft, hat entsprechende Vereinbarungen unterschrieben. im beschriebenen Fall kann man nur noch von Dummheit und Selbstherrlichkeit reden. bedauern ist voellig fehl am Platz, insbesondere wenn schon im Vorfeld entsprechende Warnungen ausgesprochen wurden.

  • 19.10.2011, 14:29 UhrAnonymer Benutzer: Gerd

    Chapeau! Nur so geht es. ich habe selbst schon maßgeblich am Rauswurf eines Einkaufsleiters mitgewirkt, der den Unterschied zwischen Unternehmen und Privatleben nur noch schemenhaft erkennen konnte. Es kann nicht sein, dass kleine Mitarbeiter wegen eines brotaufstrichs entlassen werden und Großkopfete sich derartige Eskapaden erlauben.
    Das bedauern im Artikel über den mangelhaften Rückhalt des ehrenwerten Herrn im Top-Management ist völlig fehl am Platze.

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