Ernst & Young: EY: Der Preisbrecher

Ernst & Young: EY: Der Preisbrecher

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Deutschland-Chef Ernst & Young

Ein Überblick über einen der vier Marktführer unter den Wirtschaftsprüfern: Ernst & Young.

Profil: Ernst & Young rangiert in Deutschland auf Platz drei vor Deloitte. Teils durch massive Preisnachlässe gelang es, drei Dax-30-Konzerne als Kunden zu gewinnen. Laut einer Imagestudie der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Management und Beratung in Bonn rangiert Ernst & Young auch im Ansehen bei deutschen Managern über Deloitte.

Kunden: Ernst & Young prüft im Dax 30 Beiersdorf, Deutsche Telekom und Siemens, knapp jedes fünfte Unternehmen im S-Dax und fast jedes sechste über das Dax-Segment hinweg (Marktanteil: 17 Prozent). Weitere Prüfungsmandate gibt es bei Bilfinger Berger, DZ Bank, EnBW, Porsche Automobil Holding SE und WestLB.

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Streitfälle: Sean Fitzpatrick, Chairman der in Abwicklung befindlichen Anglo Irish Bank, gestand 2008, sich von seiner Bank 84 Millionen Euro geliehen zu  haben. Jahrelang hatte er solche Kredite kurz vor dem Bilanzstichtag für wenige Tage mithilfe von Darlehen anderer Banken abgelöst, um die Bilanz zu schönen. Auf ähnliche Weise verschleierte die Anglo Irish Bank ihre Finanznöte auch noch kurz vor dem Zusammenbruch. Zurzeit prüft eine unabhängige Berufsaufsicht der Wirtschaftsprüfer in Irland die Rolle von Ernst & Young. Die ins Zwielicht geratene Gesellschaft betont, die „Prüfung entsprach geltenden Standards. Von den Refinanzierungsgeschäften des Bankchefs haben wir erst Ende 2008 erfahren“. Im Dezember 2010 erhob der Generalstaatsanwalt von New York, Andrew Cuomo, Zivilklage gegen Ernst & Young auf Erstattung von Prüfgebühren in Höhe von 150 Millionen Dollar und Schadensersatz für Investoren der Investmentbank Lehman Brothers. Das seit November 2008 insolvente Institut hatte über Monate seine wahre Verschuldung verschleiert, indem es am Ende jedes Quartals einen Teil der Kredite gegen Bargeld verkaufte und diese danach wieder zurücknahm. Ernst & Young sagt dazu: „Das war legal.“ 2005 hatte der US-Medienkonzern Time Warner 2,4 Milliarden Dollar Schadensersatz wegen Bilanzbetrugs bezahlt, Ernst & Young als verantwortlicher Prüfer war mit 100 Millionen Dollar davongekommen.

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