Erotik-Handel: Beate Uhse: Liebesgrüße aus Flensburg

Erotik-Handel: Beate Uhse: Liebesgrüße aus Flensburg

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Kunden stehen in einem Beate Uhse Shop in Hamburg an der Kasse

Das Sex-Imperium steckt in der Dauerkrise: Die Zahlen sind mies, Kunden und Aktionäre flüchten. Nun will Vorstandschef Otto Lindemann den sanierungsreifen Erotik-Konzern mit Online-, Autobahn- und Pärchen-Shops wieder flott kriegen.

Um die Arbeit von Beate-Uhse-Chef Otto Christian Lindemann aus Aktionärssicht zu charakterisieren, bedarf es nur eines einzigen Wortes: Desaster. Der Kurs der Flensburger Erotik-Rakete, der kurz nach dem Börsengang im Mai 1999 auf 25 Euro schnellte, notiert heute im bei 1,33 Euro. Damit hat es die Erotik-Aktie in die Liste der größten Wertvernichter der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz ganz nach oben gebracht.

Heute gab es für die Aktionäre immerhin einige zaghafte Liebesgrüße aus Flensburg. Gegen den schwachen Gesamtmarkt legte das Papier um rund zwei Prozent zu. Denn bei der Vorlage der Bilanz vermeldete Lindemann - seit acht Jahren im Amt - ungewohnten Tatendrang: Der Beate-Uhse-Chef hat das Internet entdeckt und will das Online-Geschäft nun mit Homeshopping-Portalen revolutionieren, die „maßgeschneidert und individuell auf neue Zielgruppen in ganz Europa zugeschnitten sind“, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Im Klartext: Beate Uhse will die ins Internet abgewanderte Kundschaft wieder zurück erobern.

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Zudem plant Lindemann, das Reich der Dildos in zwei Teile zu spalten. Für „die in Gewerbegebieten und an Autobahnausfahrten angesiedelten Fun Center“, die sich an eine „überwiegend männliche Kundschaft“ richten, bleibt alles beim alten. „Neben dem Produkt-Angebot“ werde hier auch „erotische Unterhaltung in Form von Filmen und Kinos“ geboten, heißt es in der Pressemeitteilung. 

Für viele Innenstadt-Filialen lautet die Devise dagegen: Weg vom Schmuddel-Image. Sie sollen zu „Premium-Erotikshops“ umgerüstet werden und vor allem Frauen und Pärchen „hochwertige Sexspielzeuge“ bieten. Zudem dürften künftig Schmuck, Parfums und Mode-Accessoires die Auslagen zieren. Wirklich neu ist die Idee nicht. Unter der Marke "Mae B." wollte das Unternehmen schon einmal Erotik-Shops speziell für Frauen aufbauen - und scheiterte damit.

Shops, die in keines der beiden Konzepte passen, würden unter einer anderen Marke weitergeführt, oder - wenn sie unrentabel sind - gleich ganz geschlossen. Davon dürften etliche der 300 Filialen betroffen sein. Denn 2007 verbuchten die Geschäfte einen Vorsteuerverlust von 4 Millionen Euro.

Auch die Zahlen für den Gesamtkonzern sind kaum besser. Bei einem Umsatz von 268 Millionen Euro machte Beate Uhse einen Verlust von 13,2 Millionen Euro.

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