Ethik und Wirtschaft: Manager-Eid für mehr Nachhaltigkeit

KommentarEthik und Wirtschaft: Manager-Eid für mehr Nachhaltigkeit

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Hans-Jürgen Klesse

von Hans-Jürgen Klesse

Mit einem Eid will Christopher Jahns, Chef der European Business School, künftige Top-Manager auf die Prinzipien des Ehrbaren Kaufmanns einschwören. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Reporter Hans-Jürgen Klesse.

Mit den Idealen des Mittelalters gegen die Auswüchse ökonomischen Handels im 21. Jahrhundert? Na super: So naiv möchte man auch mal sein. Wer glaubt, mit einer Art öffentlichem Gelöbnis etwas gegen raffgierige und skrupellose Manager ausrichten zu können, der glaubt vermutlich auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten. Aber zugegeben: Ein toller Gag, um mal wieder in die Schlagzeilen zu kommen!

Klar – einen neuen (in Wirklichkeit uralten) Ansatz lächerlich zu machen, ist einfach. Und ganz sicher gehört der smarte EBS-Boss auch nicht zu den Wissenschaftlern, die am liebsten in verstaubten Studierstuben vor sich hin forschen. Jahns weiß genau, was gute Öffentlichkeitsarbeit bringt – für seine kleine Elite-Schule ebenso wie in eigener Sache.

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Ethisches Verhalten als Wirtschaftsfaktor

Aber warum nicht – wenn’s der Sache dienlich ist. Wer in den vergangenen 15 Monaten ab und an mal mit Managern, Beratern oder Wirtschaftswissenschaftlern zu tun hatte, ist ja schon glücklich, wenn mal einer dabei ist, der die Wirtschafts- und Finanzkrise zum Anlass nimmt, selbstkritisch über die eigene Mitschuld – oder wenigstens Mitverantwortung – zu reflektieren. Wenn dann einer für seinen eigenen Bereich auch noch Konsequenzen ziehen will – umso besser!

Und wenn gar jemand neben Krisenprävention sich auch noch dafür einsetzt, dass die Welt gerechter wird, und wir alle schonender mit unserer Umwelt umgehen, gibt’s auch daran nichts auszusetzen. Solches Denken antizipiert das veränderte gesellschaftliche Bewusstsein. Wer daran zweifelt, erinnere sich an die ersten Grünen im Bundestag: Damals Außenseiter und von den etablierten Parteien belächelt, ist ihr Denken längst Allgemeingut geworden. Ein CDU-Politiker als Umweltminister, eine Kanzlerin, die Umweltschutz zur Chefsache macht: Wer hätte das vor 30 Jahren gedacht?

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