EU-Kommission: Stromkonzerne sollen E.Ons Angebot für Netzverkauf prüfen

EU-Kommission: Stromkonzerne sollen E.Ons Angebot für Netzverkauf prüfen

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Strommasten in Bonn: Nach Willen der EU-Kommission sollen E.Ons Konkurrenten das Angebot für den Stromnetz-Verkauf prüfen

Die EU-Kommission springt nicht gerade zimperlich mit E.On um: Im Februar bot E.On den Verkauf seines Stromnetzes an. Nun veröffentlichten die Brüsseler Wettbewerbshüter E.Ons Angebot, damit E.Ons Konkurrenten und Verbraucherschützer dazu Stellung nehmen. Zudem droht die Kommission mit einer Geldbuße wegen möglicher Absprachen auf dem Gasmarkt.

Es wird ein ungewöhnlicher Markttest für E.Ons Angebot zum Verkauf seiner Stromnetze: Die EU-Kommission rief heute konkurrierende Unternehmen, Verbraucherschutzorganisationen und andere Interessenten auf, zu dem Angebot Stellung zu nehmen.

Zugleich drohte die Kommission E.On erneut mit einer Geldbuße wegen möglicher Absprachen auf dem Gasmarkt. Die Brüsseler Wettbewerbshüter bekräftigten ihren Verdacht, E.ON habe mit dem französischen Konkurrenten Gaz de France (GDF) eine Art Stillhalteabkommen vereinbart, sich auf ihren Heimatmärkten nicht in die Quere zu kommen.

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E.On und GDF seien die Beschwerdepunkte in einem förmlichen Schreiben übermittelt worden, erklärte die Kommission. Können die beiden Konzerne diesen Verdacht nicht ausräumen, so droht ihnen eine Geldbuße in Millionenhöhe. 

Wettbewerber zur Stellungnahme aufgerufen

Die Ermittlungen gegen die Elektrizitätssparte des Konzerns will die Kommission dagegen einstellen, nachdem E.On-Chef Wulf Bernotat im Februar den Verkauf des Höchstspannungsnetzes angeboten hat. Zusätzlich will der Energieriese 4.800 Megawatt Kraftwerksleistung an Wettbewerber abgeben.

Das von E.On unterbreitete Angebot wurde heute im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Die Konkurrenten des Konzerns und andere Interessenten haben nun einen Monat Zeit zur Stellungnahme, ob sie die geplanten Veräußerungen für geeignet halten, für einen fairen Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt zu sorgen. Fällt die Marktprüfung positiv aus, so will die Kommission die von E.On angebotene Selbstverpflichtung für verbindlich erklären.

Das Höchstspannungsnetz ist ein 380-Kilovolt-Netz mit unterlagertem 220-Kilovolt-Netz und dient der Übertragung des Stroms von den Kraftwerken zu Transformatoren nahe den Verbrauchsschwerpunkten. Das Hochspannungsnetz im 110-Kilowatt-Bereich will E.On behalten.

E.On will zahlreiche Kraftwerke verkaufen

Zudem will der Konzern Teile seiner Kraftwerkssparte an Wettbewerber abtreten. Die Beteiligungen an den Laufwasserkraftwerken ÖKB/Inn, Weser, Inn und Jansen sollen verkauft werden, ebenso die Anteile am Braunkohlekraftwerk Lippendorf und am Gaskraftwerk Lippendorf. Auch die Beteiligungen an den Steinkohlekraftwerken Rostock, Zolling, Farge, Mehrum, Veltheim und Bexbach sowie an den Pumpspeicherkraftwerken Erzhausen und Jansen will E.On veräußern.

Außerdem sollen Wettbewerbern Bezugsrechte für Energie aus den Kernkraftwerken Gundremmingen B und C, Krümmel und Unterweser sowie aus dem Braunkohlekraftwerk Buschhaus gewährt werden. Wirtschaftspolitisch brisant ist vor allem der geplante Verkauf von Teilen des Stromnetzes. E.ON kam damit der EU-Kommission weit entgegen, die am liebsten allen Energiekonzernen in Europa ihre Strom- und Gasnetze nehmen will. Angesichts heftigen Widerstands der Bundesregierung und weiterer EU-Staaten stimmte die Kommission letzte Woche aber einem Kompromiss zu, nach dem die Konzerne ihre Netze auch künftig in den Händen einer Tochtergesellschaft belassen können.

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