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Europas Banken: Der echte Stresstest kommt erst noch

von Ulrich Reitz

Die Banken freuen sich über die bestandene Belastungsprobe. Von 14 geprüften deutschen Instituten hat nur die Skandal-Bank Hypo Real Estate versagt. Jubel ist fehl am Platz. Es ist vollkommen offen, ob die Szenarien taugen, um eine wirkliche Krise zu simulieren. Eine Analyse.

Zentrale der Hypo Real Estate Quelle: dpa
Zentrale der Hypo Real Estate (HRE) in Unterschleißheim bei München Quelle: dpa
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Der Stress ist weg - vorerst. Mit Ausnahme der Münchner Pleitebank Hypo Real Estate (HRE) haben alle untersuchten deutschen Banken den staatlich verordneten Stresstest bestanden. In den Führungsetagen der Geldhäuser kam am Freitagabend so etwas wie Freude auf. Eifrig verschickten die Institute Informationsschreiben durch die Gegend. Der Inhalt ähnelte sich: „Wir haben den Stresstest gemeistert. Wir sind für die Zukunft gut aufgestellt.“

Fehlanzeige. Die Aussagekraft der vom Europäischen Ausschuss der Bankenregulierer (CEBS) befohlenen Check-Ups ist fraglich. Viele Akteure am Kapitalmarkt zweifeln daran, dass der EU-Test streng genug und ausreichend realitätsbezogen war.

Bei dem Stresstest wurde untersucht, ob eine Bank auch dann überlebensfähig ist, wenn sich die Kapitalmärkte sehr negativ entwickeln oder die Konjunktur einbricht. Unter anderem wurde simuliert, welche Abschreibungen die Institute vornehmen müssten, wenn Europa zwei Jahre lang in einer Rezession stecken würde und die Aktienkurse um 20 Prozent fielen. Eine Staatspleite gehörte allerdings nicht zu den Szenarien. Über eine Reihe weiterer Annahmen wird noch spekuliert.

Nur knapp über dem Minimalwert

Die Prüfung galt als bestanden, wenn die Kernkapitalquote der 91 europäischen untersuchten Banken unter den Stressbedingungen nicht unter sechs Prozent rutschte. Es ist ungewiss, ob der Wert ausreicht, eine Bank vor dem Kollaps zu bewahren. Fest steht aber: Neben fünf spanischen Sparkassen und einer griechischen Bank hat nur die HRE dieses Ziel verfehlt. Im Extremfall würde die Kapitalquote der HRE von zuletzt 9,4 Prozent auf 4,7 Prozent sinken. Allerdings dürfte sich das Problem demnächst erledigt haben, weil die Bank massiv umstrukturiert wird und ihre Risiken auslagert.

„Auch wenn es nur die Hypo Real Estate erwischt hat, heißt das nicht, dass sich alle Institute zufrieden zurücklehnen können“, mahnt der Chef des Bayerischen Finanzzentrums, Wolfgang Gerke. Das gelte auch für jene Kreditinstitute, die den Test bestanden haben. Zwei weitere deutsche Banken hatten das Sechs-Prozent-Ziel um ein Haar verfehlt. Im Extremszenario erreichte die NordLB 6,2 Prozent Kernkapitalquote. Die Postbank kam auf 6,6 Prozent. Die WestLB (7,1 Prozent) und die Helaba (7,3 Prozent) liegen von dem Minimalwert auch nicht wirklich weit entfernt.

12 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 27.07.2010, 01:31 UhrAnonymer Benutzer: Mathias

    @ Oma Reimer - ihrem Kommentar ist nicht viel zuzufügen
    Heutzutage sind mind.30% erforderlich. Ohne faule Papiere!

    Es wurde vorsätzlich auf 6% runtergedreht damit die banken
    gut aussehen, und die Anleger ( Goldesel der banken ) weiter
    investieren!

    Anstiftung zu Zockerei!! Richter geben Freischein für Dumme!

  • 26.07.2010, 21:00 UhrAnonymer Benutzer: Oma Raimer

    Streß-Test = ix hab 6 % äschtes Cash im Geldspeicher; noch nicht weginflationierter EURO.

    Was meinen Sie wie lange die 6 % reichen bei einer Panikreaktion der Märkte .
    Allein wenn alle Oma Reimers der Republik Dummland in 5 Werktagen ihr Erspartes abholen reichen keine 6 % aller banken in der Republik Dummland = bRD

    andere Verwerfungen gar nicht einkalkuliert.

    Denn mit einem Kapital und das wissen auch die banken könnte man sich in einem finalen Schnitt noch mal sanieren und das wissen alle banken.

    ES ist das Geld das die bürger nach dem Krieg angespart haben--wenn man sich das im Krisenverlauf unter den Nagel reisen könnte aus Systemrelevante banken.

    Das würde den immobilien-Deal der Amis noch toppen.

  • 26.07.2010, 20:44 UhrAnonymer Benutzer: Oma Reimer

    die eigentliche Frage ist----Wer ist Systemrelevant.

    Die banken + deren besitzer-Lobby oder der Staat ( die bürger ) denen man in der bilanz die Schulden zugeschoben hat ?

    Provozieren die banken einen Staatsbankrott um die Geiselschaft der Politfinktionäre zu erhalten oder gehen banken bankrott und es kommt im wahrsten Sinne des Wortes zu einer.

    " System-bereinigung "

    Diese Scenarien stehen bald an Monate bis 1-2 Jahre --in anbetracht der dramatishen Situation innerhalb der EU wohl er im 2. Halbjahr 2010.

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