Evonik: Ein Wagnis namens Börsengang

Evonik: Ein Wagnis namens Börsengang

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Börsengang mit Risiken: Messestand von Evonik in Hannover

von Andreas Wildhagen

Das Chemiekonglomerat Evonik könnte 2012 den Schritt an die Börse wagen - nach Jahren des Zögerns. Doch für den Konzern bleiben einige Unwägbarkeiten.

Am 16. März ist Bilanzpressekonferenz von Evonik und diesmal ist es ein heißer Termin. Der Mischkonzern Evonik, hervorgegangen aus der alten Ruhrkohle AG (RAG), könnte sich einem breiten Aktionärspublikum öffnen. Intern halten Evonik-Manager die Zeit für reif. Die Krise scheint vorbei zu sein, die Konjunktur zieht wieder an - und auch die Zeiten für Spezialchemikalien scheinen weltweit wieder besser zu sein.

Nun könnte der Uralt-Traum von RAG-Stiftungschef Wilhelm Bonse-Geuking wahr werden, dass der Konzern, der lange Zeit richtungslos erschien, weil er viele Geschäftsbereiche unter einem sehr weiten Dach vereinte, doch noch den erwünschten Erfolg bei Anlegern hat. Die RAG-Stiftung hält knapp 75 Prozent der Evonik-Anteile. Sie verwaltet nicht nur ihr Evonik-Paket, um es eines Tages meistbietend zu Geld zu machen, sondern hält auch noch den westdeutschen Steinkohlebergbau aufrecht mit seinen noch sechs Bergwerken, die sukzessive dicht machen - aber auch noch unter immensen Folgekosten leiden. Diese auch "Ewigkeitskosten" genannten Aufwendungen für das permanente Auspumpen des Grubenwasser stillgelegter Zechen werden auf 8,6 Milliarden Euro taxiert. Die muss Bonse-Geuking bis spätestens 2018, wenn das letzte deutsche Bergwerk schließt, in der Kasse haben. Dazu dient auch der geplante Börsengang.

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CVC an schnellem IPO interessiert

Ein Motor des Börsengangs ist auch der zweite Großaktionär, der luxemburgische Private-Equity-Investor CVC mit seinem britischen Chef Steve Koltes. Koltes ist besonders an einem raschen Börsengang in günstiger Wirtschaftslage interessiert, denn er sucht nach einer protitablen Auszahlung seiner Investoren, vor allem amerikanische und kanadische Pensionsfonds. CVC hatte 2008 für den Evonik-Anteil von 25,01 Prozent rund 2,4 Milliarden Euro gezahlt. Der Börsengang soll nach Insiderschätzungen insgesamt zehn Milliarden Euro bringen.

Dafür hat Evonik-Chef Klaus Engel einiges getan, um das Unternehmen nach vorn zu bringen. Zwar passen die vielen Einzelgeschäfte des Evonik-Chemiegeschäftes nicht zusammen. Aber Spezialchemie ist ein Konjunktur-Frühindikator. Plexiglas von Röhm, superabsorbierende Vliesstoffe und Lacke sind in vielen Industrie- und Konsumgütern enthalten. Und diese Spezialchemie-Klammer reicht jetzt nach Meinung von Engel offenbar, um die möglichen Anleger zu überzeugen. Nicht vom Tisch ist das Uralt-Gerücht in Nordrhein-Westfalen, dass in naher Zukunft der Spezialchemiehersteller Lanxess, hervorgegangen aus der alten Bayer AG, und Evonik zusammengehen werden. Solche Gerüchte kochen unter Investoren immer wieder auf. Belege dafür gibt es dafür zur Zeit noch nicht.

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