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Ex-AWD-Chef: Doku über Maschmeyer-Connection wird ausgestrahlt

von ant/dpa

Trotz Intervention des Medienanwalts Matthias Prinz will die ARD eine Dokumentation über den Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer senden. Es geht um die Verflechtung von Finanzvertrieb und Politik.

Carsten Maschmeyer mit Quelle: dapd
Carsten Maschmeyer mit Lebensgefährtin, der Schauspielerin Veronika Ferres, bei der Bambi-Verleihung im November 2010 Quelle: dapd
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„Bislang gibt es nichts, was einer Ausstrahlung der Dokumentation entgegenstünde“, sagte NDR-Sprecher Martin Gartzke. Bei der redaktionellen Abnahme des Films „ARD-exclusiv: Der Drückerkönig und die Politik. Die schillernde Karriere des Carsten Maschmeyer“ habe auch das NDR-Justiziariat mitgewirkt.

Der bekannte Hamburger Medienanwalt Prinz hatte für seinen Mandanten Maschmeyer nach eigenen Angaben ein 80-seitiges Schreiben an alle ARD-Intendanten geschickt. Darin werden die Intendanten aufgefordert zu prüfen, ob der Film die journalistische Sorgfaltspflicht erfülle. Es gebe hieran Zweifel, da Maschmeyer nicht Gelegenheit erhalten habe, angemessen zu Wort zu kommen. Es habe zwar immer wieder Interviewanfragen, aber keine konkreten Fragen gegeben, die sein Mandant gerne beantwortet hätte, sagte Prinz.

Keine neuen Erkenntnisse

Dagegen heißt es in einer NDR-Pressemitteilung, Maschmeyer selbst habe sich mehrere Monate lang einem Interview verweigert, bis ihn der Reporter Christoph Lütgert „vors Mikrofon“ bekommen habe. Stephan Wels, Leiter der Abteilung Innenpolitik beim NDR, sagte heute bei der Pressevorführung in Hamburg, der Film liefere keine neuen nachrichtlichen Erkenntnisse, vielmehr handle es sich um „eine pointierte Zusammenschau“ über Maschmeyer und seine Arbeit bei AWD. Die WirtschaftsWoche hatte bereits im Juli 2010 über die Verbindungen Maschmeyers zu Spitzenpolitikern berichtet. Besonders zum Ex-Bundeskanzler Kanzler Gerhard Schröder und einigen Ministern hat Maschmeyer enge Kontakte. In Schröders Regierungszeit wurde auch die private Altersvorsorge, beispielsweise mit der Einführung der sogenannten Rürup-Rente, vorangetrieben. Gemeinsam mit Bert Rürup, dem ehemaligen Chef der Wirtschaftsweisen und Namenspatron der staatlich geförderten Basis-Rente, betreibt Maschmeyer inzwischen eine Beratungsfirma. Die Vermittlung privater Vorsorgeverträge ist ein Geschäftsfeld des AWD.

Maschmeyer war bis zum 31. März 2009 langjähriger Co- Vorstandsvorsitzender der von ihm gegründeten Finanzvertriebsgesellschaft AWD. „Ungezählte AWD-Kunden klagen heute über den Verlust sämtlicher Ersparnisse und ihrer Altersvorsorge“, heißt es in der NDR-Pressemitteilung zum Film. Maschmeyer lebt mit der Schauspielerin Veronica Ferres zusammen.

33 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 09.03.2011, 14:35 UhrAnonymer Benutzer: Jochen W.

    inzwischen ist bekannt geworden, daß "Maschi" u.a. mit geschlossenen immobilien- und Medienfonds, die zu allem Elend auch noch kreditfinanziert waren, zigtausend Anleger in den finanziellen Ruin gestürzt hat. Man lese dazu den neuen bericht der Stiftung Warentest. Gleichwohl spielt sich dieser ölige Heini mit dem Habitua eines Zuhälters weiterhin als altruistischer Menschheitsbeglücker auf. Dabei hilft die Liason mit der angestaubten Frau Verres ebnso wie die gekaufte Unterstützung der bild-Zeitung und von TV-Schranzen wie Thomas Gottschalk. Der NDR zeigt übrigens heute im 3.Programm (22.35 Uhr) diese üblen Machenschaften auf. Völlig unbegreiflich ist, daß sich bundespräsident und Altkanzler nicht schämen, eine solch üble Figur als "persönlichen Freund" zu bezeichnen. Wahrscheinlich gibt es dafür ganz einfache Gründe. So darf Wulff für ganz kleines Alibi-Geld Urlaub in Maschis Mallorca-Villa machen. Und Schröder darf, wie insider berichten, sehr oft "für lau" den Privatjet des Chefs aller Halsabschneider benutzen. Schöne Freunde sind das ! Man fühlt sich erinnert an die schmierigen Vernetzungen der Mafia.

  • 18.01.2011, 10:50 UhrAnonymer Benutzer: Steven Bellringer

    ich, 53 Jahre, kenne AWD Produkte von Anfang der neuziger Jahre, weil ein "berater" des AWD im Kollegenkreis tätig war. ich habe nach Sichtung der Unterlagen damals eindringlich vor Produkten gewarnt. Kollegen haben teils viel Geld verloren, weil sie den Versprechungen und "Analysen" des AWD Mitarbeiters mehr glaubten. Für mich waren das seinerzeit verbrecherische Tätigkeiten.
    Aber:
    Meine Generation hat drei Finazkrisen hinter sich:
    1.) AWD Anfang der neunziger Jahre
    2.) Neue Markt blase 2000 - 2002
    3.) Finanzkrise 2009- a.w.
    Niemand wurde gezwungen mitzumachen. Der gesunde Menschenverstand reichte um zu erkennen, dass man sich nicht beteiligen sollte.
    Mein bedauern für die Opfer hält sich in Grenzen.
    Für moralisch fragwürdig halte ich das ausnutzen von Unkenntnis und Unerfahrenheit trotzdem. Ob es strafrechtlich relevant ist, Schadenersatz möglich wäre, sollte vom Staatsanwalt geprüft werden. Schön wäre es gewesen, wenn die ARD detailiert auf Schwächen von AWD Produkten eingegangen wäre, damit jeder versteht.
    …Wir benötigen dringend ein Fach "Finanzlehre" an den Schulen.

  • 17.01.2011, 18:42 UhrAnonymer Benutzer: uiuiuuiui

    ich verstehe einfach nicht weshalb Klinkenputzerorganisationen soviel
    Aufmerksamkeit bekommen........

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