Ex-Infineon-Chef: Viele offene Fragen im Schumacher-Prozess

Ex-Infineon-Chef: Viele offene Fragen im Schumacher-Prozess

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Mit einem Rennporsche kommt der Vorstandschef von Infineon Technologies, Ulrich Schumacher, zum Start des Börsengangs an die Börse in Frankfurt

Von heute an muss sich der einstige Infineon-Chef Ulrich Schumacher vor dem Münchner Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 51-jährigen Manager unter anderem Bestechlichkeit während seiner Zeit bei Infineon vor. Der bis Ende Oktober angesetzte Prozess dürfte unter anderem noch einmal viele Details aus der Schlammschlacht rund um Schumachers Rauswurf bei Infineon im März 2004 ans Tageslicht bringen.

Es war März 2000, die Börsen kurz vor dem Allzeithoch, alle Welt sprach von Internet und Technologie – und vom Platzen der Dotcom-Blase war noch nicht die Rede: In jenem Hochgeschwindigkeitsumfeld wollte Ulrich Schumacher, damals Chef des kurz zuvor von Siemens abgespaltenen Chipherstellers Infineon, noch einen Gang höherschalten: Im Rennanzug fuhr er mit einem Porsche-Boliden vor der New Yorker Börse vor, um den Börsengang von Infineon martialisch zu unterstreichen.

Die Bilder des CEOs im silberglänzenden Dress gingen um die Welt – eine großtuerische Geste, die Schumacher schon ein Jahr später bitter bereute, als Infineon wegen der einbrechenden Konjunktur tiefrote Zahlen schrieb und er im großen Stil Leute entlassen musste.

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Schumacher wird Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung vorgeworfen

Jetzt könnte Schumachers Leidenschaft für die Rennfahrerei und insbesondere Porsche mehr als nur seinen Ruf ruinieren: Vom heutigen Montag an muss sich der einst als Popstar der deutschen Wirtschaft gefeierte Manager vor dem Landgericht München verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft Schumacher Bestechlichkeit, Untreue, versuchter Betrug und Steuerhinterziehung vor.

Der frühere Infineon-Geschäftspartner Udo Schneider soll ihn während seiner Zeit als Infineon-Chef laut Anklage mit rund 370.000 Euro bestochen haben, um von Infineon weitere Aufträge zu bekommen. Der 51-jährige, der heute als Chef dem chinesischen Chip-Auftragsfertiger Grace Semiconductor vorsteht, streitet bis heute ab, je einen Cent von Schneider angenommen zu haben.

Viele Schlammschlachten bei Infineon

In dem auf 15 Verhandlungstage bis Mitte Oktober angesetzten Prozess dürfte eine der größten Schlammschlachten in einem deutschen Großkonzern noch einmal neu aufgerollt werden. Denn Schumacher wurde im März 2004 durch eine Palastrevolution der drei damaligen Infineon-Vorstände Andreas von Zitzewitz, Peter Fischl und Peter Bauer – übrigens seit einem Jahr selbst Infineon-Chef – aus dem Amt gedrängt. Im Juli 2005, knapp anderhalb Jahre nach Schumachers Rauswurf, musste dessen einstiger Weggefährte und spätere Gegner Zitzewitz seinen Hut nehmen.

Laut staatsanwaltlichen Ermittlungen hatte er von der damals für das Motorsport-Engagement des Konzerns verantwortlichen PR-Agentur BF Consulting Bestechungsgelder angenommen. Zitzewitz, der heute als Vizechef bei dem Solarunternehmen Conergy arbeitet, vermied einen Prozess durch das Geständnis, mehr als 70.000 Euro von BF-Chef Udo Schneider erhalten zu haben. Ende 2006 kam er mit einem Jahr auf Bewährung und der Zahlung einer Geldstrafe von 100.000 Euro davon.

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