Ex-Porsche-Chef: Ermittlungen gegen Wiedeking offenbar ausgeweitet

Ex-Porsche-Chef: Ermittlungen gegen Wiedeking offenbar ausgeweitet

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Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking umarmt seinen Nachfolger Michael Macht: Die Ermittlungen gegen Wiedeking wegen verspäteter Informationen ziehen weitere Kreise.

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen den ehemaligen Porsche-Chef ausgeweitet. Wiedeking soll der Börse und Kleinaktionären tagelang seinen Rücktritt verheimlicht haben. Der Beschuldigte weist die Vorwürfe weit von sich.

Dem ehemaligen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wird vorgeworfen, er habe der Börse und somit den Kleinaktionären des Sportwagen-Herstellers im Juli 2009 tagelang einen anstehenden Wechsel an der Konzernspitze verheimlicht, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. Eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde wollte sich heute in Stuttgart zu Einzelheiten in dem Verfahren nicht äußern. Wiedeking wies die neuen Vorwürfe zurück.

Die Ermittlungen gegen Wiedeking gehen auf einen Bericht der Wirtschaftswoche zurück. Seit August 2009 geht die Staatsanwaltschaft dem Verdacht nach, Wiedeking und Finanzchef Holger Härter hätten den Wechsel im Porsche-Vorstand der Börse „verspätet“ mitgeteilt, heißt es in dem Zeitungsbericht. Wiedeking und Härter mussten am Morgen des 23. Juli, nach einer nächtlichen Aufsichtsratssitzung, ihre Posten räumen. Wiedeking wurde durch Porsche-Produktionschef Michael Macht ersetzt.

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Bereits acht Tage vor dem 23. Juli hatten erst die WirtschaftsWoche, dann auch der "Spiegel“ und dann weitere Medien berichtet, Wiedeking werde von Macht abgelöst. Laut Gesetz müssen jedoch Informationen, die für den Aktienkurs bedeutsam sind, sofort in einer sogenannten Ad-hoc-Mitteilung veröffentlicht werden.

Ermittlungen dauern an

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart erklärte dem Bericht zufolge, dass diese Ermittlungen ebenso wie die anderen Untersuchungen noch im Gange seien. Wiedeking und der frühere Porsche-Finanzchef Holger Härter sollen nach dem Verdacht der Staatsanwälte nicht nur den Aktienkurs von VW manipuliert, sondern auch die eigenen Kleinaktionäre bei Porsche getäuscht haben.

Damit kommt der Sportwagen-Bauer auch vier Monate nach der spektakulären Übernahmeschlacht mit Volkswagen nicht zur Ruhe. Wiedeking und Härter hatten versucht, den um ein Vielfaches größeren VW-Konzern zu übernehmen. Damit waren sie jedoch am Ende gescheitert. Stattdessen übernimmt VW nun Porsche. Die beiden Manager mussten ihre Posten am 23. Juli räumen.

Schon Tage vorher hatten mehrere Medien berichtet, dass die Ablösung von Wiedeking beschlossene Sache sei und er durch Macht ersetzt werde. Das hätten die beiden Großaktionäre des Sportwagen-Herstellers, die Familien Porsche und Piëch, vereinbart. Deren Oberhäupter Wolfgang Porsche und Ferdinand Piëch sind Schlüsselfiguren der Autokonzerne in Stuttgart und Wolfsburg. Sie gehören den Aufsichtsräten beider Unternehmen an. Wolfgang Porsche leitet das Kontrollgremium von Porsche, Piëch den Aufsichtsrat von VW.

Hohe Abfindung für Wiedeking

Laut Zeitungsbericht spielt in dem Verfahren eine Rolle, dass Wolfgang Porsche die Meldungen vom 17. Juli, wonach Wiedeking durch Macht ersetzt werde, an diesem Tag entschieden zurückgewiesen habe. Nach Wiedekings tatsächlicher Ablösung habe allerdings dessen Stuttgarter Anwalt Jobst-Hubertus Bauer erklärt, dass Porsche dem Konzernchef „im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung“ schriftlich eine Abfindung von 140 Millionen Euro angeboten hatte. Sein Mandant habe diesen Betrag „unter dem Vorbehalt akzeptiert, dass der Aufsichtsrat die von Wiedeking gewünschte Fortsetzung seiner erfolgreichen Tätigkeit ablehnt“. Davon hätten die Kleinaktionäre vor der Aufsichtsratssitzung am 23. Juli jedoch nichts erfahren.

Beim Ermittlungsverfahren der Stuttgarter Staatsanwaltschaft wird Wiedeking vom Frankfurter Anwalt Hanns Feigen vertreten. „Wir kooperieren mit der Staatsanwaltschaft“, wird Feigen zitiert. Wiedeking weise sämtliche Vorwürfe als „völlig unbegründet“ zurück.

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