Expertenrat: Die Agenda 2010 für Opel

Expertenrat: Die Agenda 2010 für Opel

Für die neuen Opel-Eigner gibt es viel zu tun. Fünf Top-Experten der Autobranche erklären, was an der Modellpalette, im Marketing und der Entwicklung am Dringendsten getan werden muss und wo die Stärken von Opel liegen.

Klaus Fricke: Modellpalette überarbeiten

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Corsa-Montage in Eisenach: zu viele Standorte in Europa

Opel  leidet darunter, dass dem Unternehmen ein Einstiegsmodell in das Kleinstwagensegment fehlt. Der Agila ist nur ein Suzuki-Ableger. Ein eigenes Einstiegsmodell ist unerlässlich als Ergänzung zu den solide laufenden Modellen der größeren Klassen, also des Corsa, des Astra und des Insignia. In der Klasse der sportlichen Geländewagen, der SUV, besitzt Opel kein wettbewerbsfähiges Angebot. Es gibt zu viele Cabrios (Astra, Tigra, GT), von denen keines wirklich erfolgreich ist und auch nicht zur Emotionalisierung der Marke beiträgt. Die Restrukturierung der Produktpalette ist unerlässlich.

Mit 1,5 Millionen Fahrzeugen ist das Volumen zu gering für die technologische Substanz, die sich bei solchen Stückzahlen nicht bezahlt macht. Der Absatz muss daher höher liegen. Die starke Händlerbasis in Europa mit 4500 Vertragspartnern bedarf der Sicherung, deren Wechsel zu anderen Fabrikaten muss gestoppt werden. Um mehr zu verkaufen, sollte das Vertriebsnetz und die Markenpräsenz in Osteuropa ausgebaut werden. Ein Vertrieb von Opel-Modellen über General Motors in Nordamerika dürfte durch den starken Dollar teuer werden. Auch eine Entwicklungs- oder Produktionskooperation in Indien oder China wäre zu prüfen.

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Ron Harbour: Kapazitäten anpassen

Wenn es etwas gibt, was ziemlich sicher nicht schuld an der momentanen Schieflage von Opel und der Konzernmutter General Motors ist, dann ist es das Produktionssystem. General Motors und Opel haben bei der Produktivität ihrer Werke in den vergangenen fünf bis zehn Jahren mindestens genauso große Fortschritte gemacht, wie die wichtigsten Konkurrenten. In seinen Abläufen ist dieses System sehr nah an dem von Toyota, das immer noch als Maßstab der Branche gilt.

Problematisch ist aber die Gesamtkapazität der Opel-Werke. Sie ist einfach zu groß. Dieses Problem ließe sich prinzipiell auf zwei Arten lösen.

Erstens: Opel verkleinert seinen Werksverbund und schließt mehrere Standorte in Europa, so wie Ford das bereits vorgemacht hat. Ford hat heute nur noch vier große Produktionsstandorte in Europa, General Motors hingegen immer noch zehn.

Zweitens: Es gelingt, die Auslastung der Werke zu erhöhen, indem man den Absatz der eigenen Fahrzeuge ankurbelt oder Autos fremder Fabrikate in Opel-Werken produziert. Zumindest die Opel-Standorte, die vor nicht allzu langer Zeit erneuert wurden wie das Werk in Rüsselsheim, sind dafür prinzipiell flexibel genug.

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