Facebook, Twitter, LinkedIn: Welche Internet-Firmen wirklich Zukunft haben

Facebook, Twitter, LinkedIn: Welche Internet-Firmen wirklich Zukunft haben

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Internetseite Groupon

von Thomas Stölzel, Matthias Hohensee, Niklas Hoyer und Michael Kroker

Jung, cool, teuer – ist Facebook wirklich 50 Milliarden Dollar wert? Der Gutscheinanbieter Groupon 4,75 Milliarden? Und der Kurznachrichtendienst Twitter 3,7 Milliarden? Zehn Jahre nach dem New-Economy-Boom wachsen die Bewertungen wieder in den Himmel. Droht jetzt die nächste Blase? Welche Geschäftsmodelle im Web wirklich Zukunft haben.

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten reichen Ärger über eine Telefongesellschaft, Kreativität und Fleiß, um innerhalb von zwei Jahren zum Milliardär aufzusteigen. 2006 wollte Andrew Mason seinen Handy-Vertrag kündigen. "Eine Qual", erinnert sich der Web-Entwickler aus Chicago. Wenn sich viele Kunden zusammenschließen könnten, würde die Telefongesellschaft anders reagieren, so seine Überlegung. Aus dem Kalkül über die Kraft der Masse entstand im November 2008 Groupon. Das Startup verkauft übers Web Gutscheine für Dienste wie Massagen, Hubschrauberflüge oder Restaurantbesuche mit Rabatten von bis zu 80 Prozent – aber nur, wenn sich genügend Käufer für die Offerte finden.

In diesen Tagen schreibt der erst 29-jährige Mason Wirtschaftsgeschichte. Auf dem Konto seines Unternehmens gehen gerade 950 Millionen Dollar ein, die größte Summe, die je ein Startup auf einen Streich erhalten hat. Sie stammen von einem Investorenkonsortium, das Groupon mit 4,75 Milliarden Dollar bewertet. Jeder der derzeit rund 50 Millionen Nutzer ist ihnen 95 Dollar wert. Für Internet-Pionier Marc Andreessen, dessen Netscape-Browser Mitte der Neunzigerjahre die erste Internet-Welle in Bewegung setzte, ist das noch immer ein Schnäppchen. - "Groupon steht ganz am Anfang", begründet er seine Investition in das Startup.

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Nächste gefährliche Internet-Blase?

Fast gleichzeitig taxiert die Investmentbank Goldman Sachs das soziale Netz Facebook auf atemberaubende 50 Milliarden Dollar. Dagegen ist der deutsche Industriegigant ThyssenKrupp an der Börse nur 21,6 Milliarden Dollar wert, der Gasehersteller Linde 24,7 Milliarden. Den kräftig Geld verbrennenden Kurznachrichtendienst Twitter bewerten Investoren bereits mit 3,7 Milliarden Dollar, das Business-Netzwerk LinkedIn mit 2,1 Milliarden.

Ist das die nächste gefährliche Internet-Blase? Eine wie zu Beginn dieses Jahrtausends, als es in der Dotcom-Ära darum ging, ohne Rücksicht auf Verluste so viele Kunden wie möglich zu gewinnen?

Vieles spricht dagegen. Das rasante Wachstum des mobilen Internets wird die Branche über Jahre beflügeln. Noch nie war es so einfach und günstig, Serverkapazitäten aufzustocken. Zudem verfügen im Gegensatz zur New-Economy-Zeit viele Jungunternehmen der Web-2.0-Generation über Geschäftsmodelle jenseits des reinen Verkaufs von Online-Werbung. Dienste wie Facebook oder Groupon fahren bereits Gewinne ein.

Boom auf breiterer Basis

Die Frage ist, wer mittelfristig zu den Siegern zählt und für seine Investoren auch Geld verdient. Denn nicht alle Stars von heute bieten Grund zur Euphorie. Twitter oder der Handy-Eincheckservice Four-square ziehen in der Szene zwar viel Aufmerksamkeit auf sich, haben aber noch kein valides Geschäftsmodell auf die Beine gestellt, das in absehbarer Zeit Gewinne verspricht.

Geht es nach Wagnisfinanzier Michael Moritz, der einst auch Google und Yahoo mit Startkapital ausstattete, dann "gehören Blasen bei Wachstumsmärkten einfach dazu". Die Kunst sei, sich von der Angst nicht paralysieren zu lassen. Dabei hilft die Tatsache, dass im Web 2.0 vieles anders ist als beim Dotcom-Boom der Neunziger. 1,8 Milliarden Internet-Nutzer gibt es heute weltweit, 1999 waren es 150 Millionen. In den USA verfügen acht von zehn Einwohnern über einen Internet-Zugang. Von den 445 Milliarden Werbedollar weltweit flossen im vergangenen Jahr bereits 54 Milliarden Dollar ins Web.

Besonders das mobile Internet befeuert die Fantasie der Investoren. Die Preise für internetfähige Smartphones, Tablet-PCs und Netbooks werden unter 200 Dollar fallen. Wurden laut Marktforscher IDC 2010 rund 270 Millionen Smartphones verkauft, prognostizieren Experten für 2011 den Absatz von einer halben Milliarde Geräte. Die Investmentbank Morgan Stanley erwartet daher, dass in fünf Jahren fünf Prozent aller Einkäufe via Handy abgewickelt werden. Dazu brauchte der Online-Einkauf über Computer 15 Jahre.

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