Facebook: Zuckerberg holt die Russen ins Silicon Valley

Facebook: Zuckerberg holt die Russen ins Silicon Valley

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Einstiegsseite von Facebook: Nun haben russische Investoren einen Anteil an dem Online-Netzwerk erworben

Die Investmentgruppe DST wird mindestens 300 Millionen Dollar in das soziale Netzwerk investieren. Gründer Mark Zuckerberg kann damit auch ohne baldigen Börsengang seine Mitarbeiter bei der Stange halten.

200 Millionen Dollar investiert die russische Investmentgruppe Digital Sky Technologies (DST) zunächst für einen 1,96 Prozent Anteil an Facebook und erhält dafür Vorzugsaktien. Die Summe bewertet das derzeit weltweit größte soziale Netzwerk mit zehn Milliarden Dollar. Fünf Milliarden Dollar weniger als noch im Oktober 2007, als der Softwarekonzern Microsoft  sich für 240 Millionen Dollar einen 1,6 Prozent Anteil gesichert hatte, ebenfalls in Vorzugsaktien. „Das war damals ein absolutes Hoch im Markt“, erklärt Facebook-Chef Mark Zuckerberg die Diskrepanz. Bei Microsoft sei es jedoch um mehr als nur schnödes Bargeld gegangen, sondern um eine breit angelegte Partnerschaft mit dem Softwarekonzern. „Ähnlich ist es mit DST“, so Zuckerberg. „Vielleicht sehen wir etwas, was andere nicht sehen“, sekundiert DST-Chef Juri Milner. „Aber wir sind sehr zufrieden mit der Bewertung.“

Kein baldiger Börsengang

Monatelang war im Silicon Valley über die finanzielle Gesundheit von Facebook spekuliert worden, das im vergangenen Jahr rund 300 Millionen Dollar umsetzte und seit seiner Gründung vor fünf Jahren rote Zahlen schreibt. Das derzeit größte soziale Netzwerk der Welt sei viel zu schnell gewachsen, könne kaum noch die Unterhaltskosten für seine Rechenzentren zahlen.

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Diese Gerüchte kontert Zuckerberg nun klar. Laut dem erst 25jährigen Facebook-Vorstandschef wird man bereits im nächsten Jahr cash flow positiv sein. Das Geschäft mit Werbung sei sehr zufriedenstellend, wachse derzeit um siebzig Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig zerstörte Zuckerberg die Hoffnungen im Silicon Valley auf einen baldigen Börsengang Facebooks: „Das wird in absehbarer Zeit nicht geschehen.“

Facebook, so die klare Botschaft, habe keine externe Finanzspritze benötigt. „Es ist ein Puffer für uns“, erklärt Zuckerberg die 200 Millionen von DST. Derzeit suche man auch kein zusätzliches Kapital.

Warum also ohne Not externes Kapital und zusätzliche Partner aufnehmen? Zuckerberg hat dafür eine einfache Erklärung – die Erfahrung der Russen. DST ist mehrheitlich an mail.ru beteiligt, dem führenden Webportal Russlands.  Die 2005 gegründete Investmentfirma ist an mehreren sozialen Netzwerken in Russland und Osteuropa beteiligt, die sich laut Milner alle prächtig entwickeln, nicht nur beim Kundenzuwachs, sondern auch beim Umsatz.

„Die meisten der dort gebotenen Dienste sind frei“, sagt Milner. „Aber die darauf aufsetzenden kommerziellen Dienste machen anständig Geld.  Der Russe setzt noch eins drauf: „Die machen das besser als Facebook als globales Unternehmen.“

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