Familienunternehmen: Krisensicherer mit der Familie

Familienunternehmen: Krisensicherer mit der Familie

Bild vergrößern

ARCHIV - Ein Mitarbeiter kontrolliert am 9. Feb. 2006 im Werk von Henkel in Duesseldorf Waschmittelkartons der Marke Persil. Das Unternehmen legt am Mittwoch, 5. Aug. 2009, seine Zwischenbilanz vor. (AP Photo/Frank Augstein) --- FILE - The Feb. 9, 2006 file photo shows a worker watching the detergent boxes of Persil at the Henkel plant in Duesseldorf, western Germany. (AP Photo/Frank Augstein)

Deutsche Familienunternehmen stehen in Krisenzeiten besser da. Ein Grund dafür: Weniger Experimente, mehr traditionelle Investitionen.

Familienunternehmen in Deutschland haben trotz der Wirtschaftskrise einen guten Stand. Ein neuer Bericht des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) zeigt, dass die familiengeführten Unternehmen vergleichsweise gut durch die vergangenen Jahre gekommen sind. Grund dafür sind unter anderem die oft traditionelleren Strukturen.

Deutsche Familienunternehmen stemmen einen großen Teil der Wirtschaftskraft der Bundesrepublik. Mit über 50 Millionen Euro erwirtschafteten die 4 400 größten Familienunternehmen 2010 fast ein Fünftel der Gesamtumsätze aller deutschen Unternehmen und beschäftigen über ein Siebtel der Beschäftigten in Deutschland.

Anzeige

Insgesamt machen die Familienunternehmen in Deutschland rund 95 Prozent Firmen und Betriebe aus. Dabei verdienen die Familienunternehmen etwa 41 Prozent des Umsatzes aller Unternehmen.  Betrachtet man nur die Familienunternehmen, die mehr als 50 Millionen Euro im Jahr erwirtschaften, so kommt man auf 4 400. Diese zählt das IfM zu den größten deutschen Familienunternehmen in Deutschland.

Hamburg ist Spitzenreiter

Von diesen Unternehmen sind jeweils rund 30 Prozent in Industrie, Handel und Dienstleistungsbereich (etwa in Form einer Holding) angesiedelt. Dabei sind die Familienunternehmen in der Republik ungleichmäßig über die Bundesländer verteilt: Die Mehrzahl der der größten Familienunternehmen haben ihren Sitz in den alten Bundesländer eine Minderheit (nur 6,6 Prozent) sitzen in den neuen Bundesländern – Berlin mit eingerechnet.

Die Hochburgen der Familienunternehmen finden sich in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. In NRW sitzen etwa die Familien-Clans der Metro-AG, Bertelsmann AG oder ALDI.  In Bayern und Baden-Württemberg arbeiten erfolgreiche Familienunternehmen wie BMW, der Schaeffler-Gruppe oder der Robert Bosch GmbH.

Im Städtevergleich liegt allerdings Hamburg ganz vorne. In der Hansestadt haben die meisten der größten Familienunternehmen ihren Hauptsitz wie zum Beispiel die Tchibo GmbH oder der Luxusuhren- und Schmuckhändler Gerhard D. Wempe KG. Auf den Plätzen zwei und drei folgen München und Berlin. Dahinter landen die NRW-Städte Köln und Düsseldorf.

Wirtschaftsriese Familienunternehmen

Die größten deutschen Familienunternehmen zusammen kommen auf 18 Prozent des Gesamtumsatzes der deutschen Unternehmen. Kein Wunder, denn so manches Familienunternehmen ist ein wahrer Wirtschaftsriese.

Als Beispiel: Allein der Henkel-Konzern, der heute von der Ur-Ur-Enkelin des Unternehmensgründers Simone Bagel-Trah als geschäftsführende Gesellschafterin geleitet wird, verbuchte 2010 einen Umsatz von rund 15 Milliarden Euro.

Bei den Angestelltenzahlen ist Henkel mit rund 48 000 Mitarbeitern aber eher eine Ausnahme. Wie die aktuelle Studie des IfM zeigt, beschäftigen die größten Familienunternehmen Deutschlands im Schnitt rund 1 500 Mitarbeiter. Bei etwa der Hälfte der Unternehmen arbeiten sogar nicht mehr als 332 Menschen.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%