Fashion Week: Junge Unternehmen krempeln die Modebranche um

Fashion Week: Junge Unternehmen krempeln die Modebranche um

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Model

von Oliver Voß

Startups attackieren die großen Modefirmen mit neuen Geschäftsmodellen. Und auch etablierte Marken wie Escada experimentieren auf der Fashion Week in Berlin mit neuen Ansätzen.

Wenn sich ab Mittwoch in Berlin die wichtigsten Modemacher auf der Fashion Week treffen, steht für Escada neben der Präsentation der neuen Kollektion noch eine ganz besondere Premiere an. Das Münchner Unternehmen verkauft direkt nach der Show drei Outfits exklusiv im Internet. Dabei kooperiert Escada mit dem Berliner Startup Couture Society.

„Wir gehen auf Kollisionskurs mit den üblichen Modezyklen“, sagt Couture Society Gründer Martin Genzler. Denn der Sofortverkauf ist eine kleine Revolution im Modegeschäft, dass dem Verkauf sonst immer um Monate voraus ist. Die in Berlin präsentierten Kleider kommen erst im Frühjahr regulär in die Läden.

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„Das Anprobieren wird immer unwichtiger“

„Das ist ein erster Test“, sagt Escadas Marketing- und Verkaufschefin Alexandra Valtin, denn bislang gibt es die Mode aus München kaum im Netz. Konkurrenten wie Versace, Gucci, Prada oder Dolce & Gabbana haben dagegen in den vergangenen zwei Jahren eigene Webshops eröffnet, denn Mode ist eines der am stärksten wachsenden Segmente im Internet-Einzelhandel.

Die Kunden bestellen dabei immer häufiger auch teure Kleider im Netz, dass weiß in Deutschland kaum jemand so gut wie Valtin. Bevor sie zu Escada kam, hat die 34-Jährige für MyTheresa gearbeitet. Der Internetableger der Münchner Designerboutique Theresa wächst Jahr für Jahr mit Raten um die 60 Prozent und erzielt Umsätze im zweistelligen Millionenbereich. Im Vorjahr verkauften die Münchener über das Netz erstmals mehr als im stationären Handel. 

„Das Anprobieren wird immer unwichtiger“, sagt MyTheresa-Chef Thomas Müller. Auch ein 1000-Euro-Kleid von Roberto Cavalli bestellen viele seiner Kunden heute lieber online, als extra in die Münchener Boutique zu fahren. Dabei war selbst Müller überrascht, wie leicht sich auch teure Mode per Versand verkauft. „Ich hätte bei Schuhen und Kleidern eine deutlich höhere Retourenquote erwartet“, sagt Müller.

Doch die Kunden wüssten genau, welche Größen sie bei welchem Designer haben „und die schneidern immer gleich“. Den genauen Wert der Rückläufer will er nicht nennen. Die Retouren lägen im zweistelligen Bereich, aber nicht in Dimensionen von 50 oder 60 Prozent, wie sie große Versandhändler haben.

Nun will auch Escada vom boomenden Onlinegeschäft profitieren. Nach der Insolvenz vor zwei Jahren hatte das Unternehmen mit der Restrukturierung und Modernisierung zu tun. In diesem Jahr möchte Firmenchef Bruno Sälzer wieder Gewinne schreiben. Um den Umsatz von derzeit 280 Millionen Euro auf mittelfristig 500 Millionen zu steigern, will Escada auch den Verkauf im Netz stärken. Derzeit werden dazu verschiedene Szenarien durchgespielt.

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