Fast Food: Subway auf Schrumpfkurs

Fast Food: Subway auf Schrumpfkurs

Bild vergrößern

Niemand gebietet über mehr Fast-Food-Restaurants als Fred DeLuca

von Oliver Voß

Die Sandwichkette Subway betreibt inzwischen weltweit mehr Restaurants als McDonalds. Doch in Deutschland erlebt die Fast-Food-Kette einen beispiellosen Exodus und kämpft mit vagen Erfolgsaussichten gegen den Abstieg.

Fred DeLuca hat es geschafft. In 34 132 Restaurants und 96 Ländern verkauft der Gründer der Sandwich-Kette Subway jetzt seine belegten Brote. Damit hat der 63-jährige Amerikaner den Hamburger-Giganten McDonald’s überholt – in rund 45 Jahren, seit er selbst begann, Brote zu belegen, um sein Medizinstudium zu finanzieren.

Doch die Wachstumsstory hat einen auffälligen Aussetzer. So rasant DeLucas Statthalter zunächst auch in Deutschland expandierten, so steil geht es nun wieder bergab. Nachdem bereits im Vorjahr mehr als 50 Restaurants geschlossen wurden, beschleunigt sich der Exodus. Seit Dezember verlor Subway in drei Monaten noch einmal 100 Standorte. Streit mit Restaurantbesitzern, schlecht laufende Läden und wachsender Wettbewerb durch Abtrünnige ziehen das Geschäft in Germany in den Keller. Ein neuer Deutschland-Chef soll den Laden wieder auf Kurs bringen. Doch die Erfolgsaussichten sind vage.

Anzeige

Subway ist ein Franchisesystem. Das heißt, der Konzern vergibt Lizenzen an selbstständige Unternehmer, die die Restaurants mit dem gelb-grünen Label betreiben. Dafür zahlen die Franchisenehmer eine Gebühr von 12,5 Prozent des Umsatzes. Im Gegenzug dürfen sie die Geschäftsidee von Subway nutzen, 4,5 Prozent fließen in einen gemeinsamen Werbetopf.

Hamburger gegen Sandwiches

Doch während der US-Konzern weltweit expandiert, verfängt das Konzept in Deutschland nicht mehr so recht. Ursprünglich wollte Subway nach eigenen Planungen in diesem Jahr 1500 Restaurants zwischen Rhein und Oder betreiben und damit McDonald’s auch hierzulande überholen. Stattdessen ging die Zahl der Restaurants von fast 800 im Jahr 2009 auf nun 655 zurück. Auch hinter Burger King ist Subway wieder zurückgefallen.

Noch übler sieht die Bilanz beim Umsatz nach zwölf Jahren in Deutschland aus, wo Subway mit den Bulettenbuden sowieso nie mithalten konnte. Während Burger King nach Angaben des Bundesverbandes der Systemgastronomie im Jahr 2010 Hamburger für 750 Millionen Euro verkaufte, schaffte Subway nur einen Umsatz von wenig mehr als 200 Millionen Euro – ein Einbruch von fast zehn Prozent. Wie von einem anderen Fast-Food-Stern wirkt dagegen Marktführer McDonald’s, der in Deutschland mehr als drei Milliarden Euro einnahm.

Welten liegen zwischen den Hamburger-Riesen und der Sandwich-Kette, das weiß kaum jemand so gut wie Bernhard Neu. Der Bonner hat fast 20 Jahre im mittleren Management von McDonald’s gearbeitet. 2002 kaufte er eine Subway-Lizenz für 10 000 Dollar und machte sich mit eigenen Sandwich-Restaurants selbstständig.

„Subway hat zu sehr auf Quantität und zu wenig auf Qualität gesetzt“, sagt Neu heute. Die Hürden, um an eine Lizenz zu kommen, seien viel zu gering. Er selbst hat zwei Jahre lang in der Kölner Zentrale neue Franchisenehmer ausgebildet. So manchen von ihnen habe er bescheinigt, sie seien nicht geeignet, ein Restaurant zu leiten. Seine Einwände seien jedoch von Subway ignoriert worden. „Hauptsache, ein neuer Standort machte auf“, sagt Neu. Subway wollte sich auf Anfrage dazu nicht äußern.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%