Faurecia: Europas drittgrößter Autozulieferer: Konzentrationsprozess beschleunigt sich

Faurecia: Europas drittgrößter Autozulieferer: Konzentrationsprozess beschleunigt sich

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Faurecia-Arbeiter pressen ein Armaturenbrett in einer Form.

Yann Delabrière, Chef des drittgrößten europäischen Autozulieferers Faurecia, erwartet, dass die Konsolidierung der Branche deutlich an Tempo zulegen wird. „Die derzeitige Krise wird den Konzentrationsprozess beschleunigen“, sagt Delabrière im Gespräch mit der WirtschaftsWoche.

Nur wer die Mittel hat, so Delabrière, den Autoherstellern weltweit in neue Märkte zu folgen und gleichzeitig in Forschung und Entwicklung zu investieren, um innovativ zu bleiben, könne überleben. Delabrière: „Wir gehören bei Sitzen, Inneneinrichtungen wie Türen und Cockpit sowie bei Abgassystemen zu den weltweiten Branchenführern. Ich gehe deshalb davon aus, dass wir zu den Überlebenden gehören.“

Zukäufe haben laut Delabrière bei Faurecia derzeit aber keine Priorität. „Bei uns steht die Verbesserung der finanziellen Situation der Gruppe an erster Stelle.“ Trotz Gewinnwarnung fürchtet Delabrière keinen Rückzug des Großaktionärs PSA Peugeot Citroen (71,5 Prozent). Dieser habe „nie die Absicht bekundet, die Beteiligung verkaufen zu wollen“. Delabrière betont: „Als Unternehmen sind wir trotz Peugeot völlig unabhängig gegenüber externen Kunden.“ Nur 22 Prozent des Faurecia-Umsatzes seien PSA zuzuordnen. Delabrière: „Unser größter Kunde ist Volkswagen. Fast 40 Prozent stammen von VW, BMW und Mercedes.“

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Lob für deutsche Sozialbeziehungen

Mit Kostenreduzierung und Effizienzverbesserung will Delabrière die für 2010 angepeilte dreiprozentige Umsatzrendite erreichen – die noch 1,4 Prozent beträgt: „Es ist absolut notwendig, dass wir dieses Ziel erreichen.“ Faurecia baut derzeit Arbeitsplätze in Westeuropa ab: „Im Dialog mit den Gewerkschaften wollen wir die Konsequenzen für die Betroffenen dabei so sozialverträglich wie nur irgend möglich gestalten. Deutsche Arbeitnehmer sind davon aber derzeit nicht betroffen.

Delabrière äußerte sich lobend über die Sozialbeziehungen hierzulande. In Deutschland, wo wir an 24 Produktionsstätten und acht Forschungszentren 8000 Mitarbeiter beschäftigen funktioniert der Dialog im Rahmen der Mitbestimmung übrigens sehr gut.“ Sehr gute Wachstumschancen sieht der Faurecia-Chef bei Abgassystemen: „Die Umweltanforderungen wachsen mit den neuen Normen Euro 5 und Euro 6, dem Einbau von Partikelfiltern sowie weiteren Maßnahmen auf der Motorenseite deutlich. Auch bei der Innenausstattung von Autos tut sich viel.“

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