Und was ist mit dem sozialen Frieden auf Schalke? Der Verein hängt doch auch vom russischen Gaskonzern Gazprom ab, der angeblich jährlich 20 Millionen Euro in Schalke investiert.
Peters: Solche Zahlen sind reine Spekulation, und von Gazprom sind wir überhaupt nicht abhängig. Wir haben mit Gazprom einen extrem leistungsorientierten Vertrag. Er ist fair, weil er den Werbewert von Schalke angemessen honoriert. Problematisch wird es immer dann, wenn der Werbeertrag künstlich höher als der tatsächliche Werbewert ist und sich die Vereine dadurch einen Wettbewerbsvorteil durch Subvention verschaffen.
Die Manager von Hannover beispielsweise wünschen sich, dass die 50+1-Regel fällt. Lässt es sich verhindern, dass Ihre Wettbewerber diesen Weg wählen und damit andere Vereine wie Schalke 04 unter Druck setzen?
Müller: Wir haben unsere Philosophie, und an der halten wir fest. Wir werden uns dafür aussprechen, dass 50+1 bleibt und hoffen, dass alle Vereine das Thema mit der nötigen Sensibilität angehen.
Aber wie wollen Sie die Einnahmelücke zu anderen europäischen Vereinen schließen? Allein die Jugendförderung wird doch nicht reichen?
Müller: Wir sind nicht in der Lage, dass wir mit Brachialgewalt irgendetwas tun müssen. Die deutschen Vereine erzielen hohe Sponsoring-Einnahmen und verdienen auch gutes Geld mit ihren Stadien. Im Jugendbereich müssen wir noch einiges tun, aber das ist nicht das einzige. Wir müssen bei der Talentsuche besser sein als die anderen. Wir können in den nächsten Jahren keinen Spieler wie Christiano Ronaldo von Manchester United kaufen.
Auch Bayern kann das nicht. Da kommt ein Verein wie Real Madrid und bietet mal eben 100 Millionen Euro. Mit so etwas brauchen wir uns gar nicht beschäftigen. Wir müssen uns darauf konzentrieren, solch einen Spieler im Alter von 13 bis 17 Jahren zu entdecken, ihn auszubilden und einen Top-Spieler aus ihm machen.
Lässt sich über die Eintrittspreise mehr reinholen? In Deutschland kostet ein Bundesligaticket im Schnitt 25 Euro, in England 43.
Peters: Eintrittspreiserhöhungen bedeuten, dass man die gleiche Ware teurer macht, das geht nur begrenzt. Wir haben in den vergangenen Jahren die Preise leicht um zwei Euro erhöht, damit ist die Grenze des Möglichen erreicht. Die Vereine müssen aufpassen, dass sie es nicht übertreiben. Wir dürfen den Fans nicht die Möglichkeit nehmen, beim Spiel dabei zu sein. Sonst machen wir die Basis kaputt.
Müller: Das Schalke-Publikum ist ein besonderes. Die Fans sind auch noch bei vielen Auswärtsspielen dabei. Bis zu 10 000 Fans bringen wir immer mit. Das kostet viel Geld. Hinzu kommen Fanartikel. Das ist eine Belastung für unsere Anhänger. Mehr geht bei vielen nicht. Das merken wir mittlerweile auch im Fan-Shop.
Inwiefern?
Peters: Wir haben im Merchandising, also im Geschäft mit Fanartikeln, einen leichten Umsatzrückgang. Der Grund liegt in der Kaufzurückhaltung. Bei den Menschen sitzt das Geld nicht mehr so locker, gerade hier im Ruhrgebiet.
In den vergangenen Wochen kam mal wieder das Thema Wettskandale hoch. Würden Sie Ihre Hand dafür ins Feuer legen, dass Ihre Spieler unbestechlich sind?
Müller: Na klar. Alle Spieler wissen, dass ihre Karriere dann sofort beendet wäre. Das geht ruck, zuck! Ich bin der festen Überzeugung, dass kein Spieler von uns ein so dummes Risiko eingehen würde. Solche Gefahren lauern auch eher in den unteren Ligen, in denen die Spieler deutlich geringere Gehälter bekommen. Die könnten dafür eher empfänglich sein. Aber auch dort wird es schwer sein, weil es ja nicht reicht, nur einen Spieler zu kaufen. Es müssten schon mehrere sein.
Peters: Und Spieler leben nicht im luftleeren Raum. Sie haben Mannschaftskameraden, Familie, Freunde. Da gibt es zu viele Mitwisser, als dass man es geheim halten könnte.














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Alle Kommentare lesen24.11.2008, 11:55 UhrAnonymer Benutzer: cg
Es ist doch ein Hohn von Herrn Müller eine Aussage zu treffen "Wir müssen Stars selber machen". Er hat junge Spieler wie Özil oder boehnisch ziehen lassen. Sieht zu wie ein Höwedes oder Rakitic mangels Spielpraxis vergrault werden und kauft im Gegenzug Grossmüller, Sanchez und Konsorten um sie als Ergänzungsspieler auf die bank zu setzen. Armes Schalke!
23.11.2008, 17:56 UhrAnonymer Benutzer: x
Fakt ist, dass Herr Müller in Sachen Transferpolitik komplett versagt hat. So viele Millionen, wie er für sinnlose Transfers verbrennt können auch zusätzliche Einahmen nicht ausgleichen. Die würde er nur wieder fehlinvestieren.
22.11.2008, 23:54 UhrAnonymer Benutzer: y
x hat fertig- über kurz oder lang. er hat bewiesen, dass er unfähig ist objektiv zu argumentieren.