FC Schalke 04: "Wir müssen Stars selber machen"

FC Schalke 04: "Wir müssen Stars selber machen"

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Vorstände von FC Schalke 04, Peter Peters (links) und Andreas Müller

Die Vorstände des Bundesligisten FC Schalke 04, Peter Peters und Andreas Müller, über den Wert der TV-Rechte, Geldsorgen und Milliardäre beim Fußball.

WirtschaftsWoche: Herr Peters, das Bundeskartellamt hat den Verkauf der Fernsehübertragungsrechte für Spiele der Deutschen Fußball Liga, kurz: DFL, in den kommenden fünf Jahren an die Sportrechteagentur Sirius gestoppt. 500 Millionen Euro hatte Sirius der DFL im Schnitt pro Jahr geboten. Ein neuer Käufer wird womöglich weitaus weniger bieten. Was bedeutet das für Schalke 04?

Peters: Wir haben die Mehreinnahmen nie eingeplant, weil von Anfang an unklar war, ob der Vertrag überhaupt genehmigt wird. Wir kalkulieren nur mit Einnahmen, die uns mehr oder weniger sicher sind. Dass der Deal geplatzt ist, bietet aber auch keinen Anlass zur Sorge – weder für Schalke 04 noch für die anderen Bundesligisten. Ich bin mir sicher, dass noch ein guter Vertrag zustande kommt.

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Haben Sie Verständnis für die Entscheidung?

Peters: Uns hat die Entscheidung sehr nachdenklich gestimmt. Das Kartellamt hat ja nicht das komplette Modell Sirius abgelehnt, das zum Beispiel einen eigenen Fernsehkanal beinhaltet hätte. Stattdessen wurde ein einzelner Aspekt beurteilt, der mit Sirius gar nichts zu tun hatte und alle Sender betrifft, nämlich die Ausstrahlung der Bundesligazusammenfassung am Samstagabend vor 20 Uhr...

...die laut Kartellamt im frei empfangbaren Fernsehen übertragen werden muss.

Peters: Genau, und das ist eindeutig eine Benachteiligung des Fußball-Standortes Deutschland. Schließlich stehen wir im europäischen Wettbewerb um gute Spieler...

...für die Sie die Einnahmen aus den Fernsehübertragungsrechten dringend benötigen.

Peters: In diesem Kontext ist es für uns nicht nachvollziehbar, dass die deutschen Vereine durch eine Entscheidung des Kartellamts gegenüber der europäischen Konkurrenz benachteiligt werden.

Die ARD profitiert massiv von dieser Entscheidung, weil sie dank Rundfunkgebühren mehr bieten kann als Privatsender. Ist das nicht eine bedenkliche Wettbewerbsverzerrung?

Peters: In der Tat. Die ARD hat dadurch einen klaren Vorteil. Und obendrein sprechen sich die beiden öffentlich-rechtlichen Sender offensichtlich ab, weil sie ja nicht gegeneinander bieten. Das ZDF geht bekanntlich nicht in Konkurrenz zur „Sportschau“ der ARD. Auch bei den anderen Übertragungsrechten findet hier kein Wettbewerb statt. Aber es hilft auch nichts, diese Situation jetzt ständig zu bejammern.

Da die erhofften Mehreinnahmen wohl nicht über die TV-Rechte hereinkommen, glauben viele Manager wie Karl-Heinz Rummenigge von Bayern München, die Bundesliga könne sportlich im europäischen Wettbewerb nicht mehr mithalten. Sehen Sie auch so schwarz?

Müller: Nein, absolut nicht. Natürlich würde es uns gut tun, wenn wir einen Fernsehvertrag hätten, der ähnliche Erlöse wie in England oder Italien ermöglicht. Aber wir sind auch so wettbewerbsfähig. Die Einnahmen aus der Fernsehvermarktung sind nicht allein entscheidend.

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