Erschreckende Zerschlagungsfantasien

Das Erschreckende an den nun bekannt gewordenen Zerschlagungsfantasien liegt darin, dass ausgerechnet FDP-Politiker sich anmaßen, selber oder zusammen mit dem Kartellamt den Stein des Weisen finden zu können. Eine größere Selbstüberschätzung, nämlich in der Abgeordneten- oder Beamtenstube herauszufinden zu können, was die optimale Struktur der Deutschen Post ist, was von der Briefbeförderung sie selber und was andere machen sollten, hat es im politischen Raum schon länger nicht mehr gegeben.
Rückläufige Briefbeförderung
Das Problem bei der Post ist doch ein ganz anderes. Die Briefbeförderung ist, siehe E-Mail, ein rückfläuiges Geschäft. In einer solchen Situation disponiert jedes Unternehmen ganz automatisch so, dass es möglichst viel des überdimensionierten Produktionsapparates auf Dritte abschiebt. Die optimale Unternehmensstruktur kann sich nur im Wettbewerb mit Konkurrenten ergeben, dafür wir die neue Allianz von kommender Woche an sorgen.
Viel interessanter ist die Frage, ob ein noch immer teilstaatliches Unternehmen wie die Deutsche Post sinnvoll aufgestellt ist, wenn es Briefbeförderung, Paketzustellung, Speditionen und Logistiklösungen als Geschäftsfelder unter einem Dach hält. Denn Briefbeförderung hat nichts mit Logistik und Paketzustellung nichts Containerfracht aus Fernost gemeinsam. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Investmentbanker schon länger Rechnungen aufmachen, denen zufolge die einzelnen Sparten des Unternehmens in der Summe an der Börse mehr wert sein könnten als zusammen unter dem Konzerndach in Bonn. Ganz zu schweigen von der Frage, wieso der Staat - wie übrigens auch bei der Bahn - die Finger in der Logistik und im Speditionsgeschäft haben sollte.
Erkenntnisse von Investoren
Gedanken über eine solche Art von Zerschlagung wären nicht nur angebrachter. Sie hätten auch einen großen Vorteil. Denn sie erbrächten Erkenntnisse, wie Anleger eine bestimmte neue Unternehmenskonstellation für die Deutsche Post bewerten würden. Würden Investoren solche Ideen gut heißen und dafür mehr Geld lockermachen als für die Post in ihrer heutigen Form, wäre dadurch mehr gewonnen - auch an Einnahmen für den Bundeshaushalt - als durch ein aufgeregtes Gegacker über die Briefsparte.














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Alle Kommentare lesen11.02.2010, 14:34 UhrAnonymer Benutzer: Der Markt
Die Post sollte zerschlagen werden, damit sich der globale Logistikmarkt von der Unfaehgikeit der Post "commercial reasonable" Entscheidungen zu treffen wieder erholen kann.
Leider betreibt die Post oft nur Preisdumping um Makrtetshare zu vergroessern, oft ohne jeglichen kommerziellen Sinn.
30.01.2010, 00:53 UhrAnonymer Benutzer: Postliesel
TEiL 3 des Kommenatrs: DAs Resultat kann nur der Preiskampf sein und daher Qualitätsverluste. Die Post war früher mal ein Stück Kulturgut, keine Ware. Wer keinen Sinn mehr für den brief, sei er nun geschäftlich, werblich oder privat, hat, erscheint mir arm im Geiste. ich finde das traurig, was passiert. Weil es mit hoher Wahrscheinlichkeit unumkehrbar ist, weil zuviel jetzt investiert wird, so dass man sich nicht trauen wird,den investoren dieses wieder wegzunehmen, die Post wieder zu einer "teilprivatisierten, aber letztlich staatlich hoheitlichen Aufgabe" werden zu lassen. Für die volkswirtschaft erscheint das nicht gut. Aber die Geldgier mit dem billigen Geschäft, mit dem brief als Ware, nicht als Dienstleistung, denkt nicht so komplex und in Werten.
30.01.2010, 00:52 UhrAnonymer Benutzer: Postliesel
Nun, auch ein "Monopolist" kann kontrolliert werden. Portokosten müssen genehmigt werden. Produktionsprozesse müssen optimiert werden. briefträger müssen m.E. keine unkündbaren Vollzeit-beamten sein, aber für einen "knochenjob" bei Wind und Wetter tagein, tagaus wenigstens halbwegs anständig bezahlt werden, und zwar "konkret ein paar Euro zwischen 10 und 15 EU bRUTTO die Stunde", also etwas oberhalb des Mindestlohns, das sollte drin sein.
ich sehe sonst meine unersetzbaren handgeschriebenen (Liebes)-briefe, die die hin und wieder schreibe und bekomme, sonst durch völlig unmotivierte, lustlose, frustrierte, für einen Hungerlohn versklavte Zusteller und Sortierer der Vernichtung, der Missachtung und der Zerstörung anheimfallen. Heutzutage verweigern ja sogar z. b. Zahnärzte eine qualitätsorientierte Arbeit, wenn nicht noch etwas mehr Kohle vom "kunden" zu ihm rüber für die Füllung fließt....) Und ob ein brief nun 10 oder 20 cent mehr kostet: meine Güte, so eine "Pfennigfuchserin" bin ich Gott sei Dank nicht, auch wenn mein Verdienst im Niedriglohnsektor annzusiedeln ist. Und MAssenbriefe: die sparen sich die Firmen und behörden zunehmend gleich ganz, da spielen doch Portokosten nicht die entscheidende Rolle ! Entweder brief oder gar kein brief mehr, diese Frage stellen sich die Versender der Post. Und jetzt machen sich ein paar private ANbieter einen Sport daraus, eine noch funktioniereden FLÄCHENDECKENDE Zustellung hinsichtlich Effizienz und Gewinn (wissen die Leser, wieviel eine briefsortiermaschine kostet?) kaputt zu machen.....