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Fernverkehr: Wie die Bahn ihre Flotte umrüstet

Die Deutsche Bahn rüstet ihre Fernverkehrszüge auf. Doch hohe Kosten für Extraservice bleiben ein Ärgernis.

ICE 3 bei Tempo 300: Vorbild für Intercity der neuen Generation Quelle: DB AG/ Stefan Warter
ICE 3 bei Tempo 300: Vorbild für Intercity der neuen Generation Quelle: DB AG/ Stefan Warter
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Flotte Die Bahn kauft bis zu 300 neue Fernverkehrszüge — ein Milliardenauftrag. Die Ausschreibung läuft derzeit unter dem Titel „ICx“. Rund 100 Intercity-Züge werden von 2013 an die heutigen Intercitys ersetzen und für Geschwindigkeiten bis zu 230 Kilometer pro Stunde ausgelegt sein. 200 neue ICE-Züge der vierten Generation lösen von 2018 an die erste und zweite Generation der bestehenden ICE-Flotte (ICE 1 und 2) ab. Tempolimit: bis 280 Kilometer pro Stunde. Bereits bestellt sind 15 ICEs für Strecken nach Frankreich und Benelux ab 2011.

Design Der derzeitige ICE 3 ist Vorbild für die neue Generation. Die Bahn möchte ein für alle Züge gleiches Erscheinungsbild schaffen: reduziert, aber hochwertig. Künftige IC- und Eurocity-Züge werden somit aufgewertet — Steckdosen am Platz, optimierte Gepäckablagen, Innendesign wie beim ICE 3. Auch in äußerer Form ähnelt der Intercity dann dem ICE 3. Problem: Hohe Fahrpreisunterschiede zwischen ICE und IC lassen sich schwerer rechtfertigen.

Modernisierung Die Bahn rüstet auch ihre laufende ICE-Flotte um – aber langsam. Nur der Umbau der älteren ICE-1-Züge ist seit Ende 2008 abgeschlossen. Das Innendesign ähnelt nun dem des ICE 3: Holztische, graue Wandverkleidungen, blaue Velourssitzbezüge in der zweiten sowie Ledersitze in der ersten Klasse. Doch die Modernisierung der 44 ICE-2-Züge mit zum Teil zerrissenen grünen Sitzen steht erst in den kommenden Jahren an. Termin: unbekannt.

Handy-Empfang Das Thema bekommt die Bahn nur langsam in den Griff. Zusammen mit Telekomanbietern wie T-Mobile und Vodafone rüstete die Bahn erst die Hälfte der ICE-Flotte mit Signalverstärkern für besseren Empfang aus. Der Rest folgt bis 2011. Das Grundproblem bleibt: Ist kein Netz in Streckennähe, lässt sich kein Signal verstärken. Damit setzt sich die Bahn kaum von Fluglinien wie Ryanair ab, die künftig auch Telefonieren erlauben. ICs erhalten keine Empfangsverstärker. Überzeugend ist das Ruhekonzept: 30 Prozent der Sitzplätze bleiben für Kunden mit Stillebedürfnis reserviert. Im ICE 1 ist etwa Wagen zwölf immer Ruhezone.

Internet Wer auf kostenlosen Web-Zugang spekuliert hat, wird enttäuscht. Die Bahn baut zwar Hotspots von T-Mobile für drahtlosen Internet-Zugang in der ICE-Flotte aus. Derzeit können Fahrgäste in jedem vierten ICE kabellos im Internet surfen und E-Mails abrufen, etwa auf der Strecke von Hamburg über Frankfurt nach München. Doch der Service ist teuer: Eine Stunde Surfen kostet acht Euro, eine Flatrate 29 Euro pro Monat. Damit punktet die Bahn kaum gegenüber Fluglinien.

Bordprogramm Das bisher in der ersten Klasse angebotene Videoprogramm im Vordersitz wird abgeschafft. Grund: Fahrgäste nutzen verstärkt iPod und Notebook. Die Bahn bietet dafür mehr Steckdosen und bastelt am „Bordprogramm der Zukunft“. Denkbare Option: kostenfreie Unterhaltungsangebote zum Download über WLAN-Hotspots. Das könnte attraktiv sein.

Bordrestaurant Kartoffel-Pilz-Suppe und Rindergulasch waren die beliebtesten Gerichte 2008. Die „klassischen (Teller-)Gerichte“ bleiben auch bei der derzeit laufenden Bio-Aktion Schwerpunkt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis für Vegetarier lässt aber zu wünschen übrig: Bio-Gemüseeintopf für rund zehn Euro ist happig.

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