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Festspiel-Fakten: Zwingerfestspiele machen Jagd auf Bayreuth

von Thomas Stölzel

Deutschlands wohl bekanntestes Bühnenereignis beginnt, die Wagner-Festspiele in Bayreuth. Als Neuling versucht Dresden, die etablierten Festspieleanbieter Mitteleuropas aufzumischen.

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Bühnenbild für die Wagner-Oper "Die Meistersinger von Nürnberg", inszeniert von Katharina Wagner, der Urenkelin Richard Wagners Quelle: Bayreuther Festspiele GmbH / Enrico Nawrath
Bühnenbild für die Wagner-Oper "Die Meistersinger von Nürnberg", inszeniert von Katharina Wagner, der Urenkelin Richard Wagners Quelle: Bayreuther Festspiele GmbH / Enrico Nawrath

Eintrittskarten verteilen die Bayreuther Festspiele in diesem Jahr. Doch nur 40 Prozent gehen in den freien Verkauf, bei Premieren nur 16 Prozent. Die meisten Tickets sind reserviert für Kontingentkunden, den Förderkreis, für Prominente, Sponsoren und Mäzene. Für Karten, die 15 bis 280 Euro kosten, sind im Schwarzhandel schon mal 700 Euro fällig. Der Etat der Festspiele beträgt 16 Millionen Euro. Das Kanzleramt steuert jährlich 2,3 Millionen Euro bei, andere staatliche Stellen 2,2 Millionen.

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Millionen Euro stehen den Zwingerfestspielen in Dresden zur Verfügung, die von diesem Jahr an regelmäßig stattfinden sollen. Trotz des bisher vergleichbar geringen Budgets versuchen die Sachsen erklärtermaßen den Angriff auf etablierte Festspiele etwa in Salzburg, Bregenz oder Bayreuth. Im Dresdner Zwinger inszeniert Starregisseur Dieter Wedel die Liebe des sächsisch-polnischen Königs August des Starken zur Mätresse Gräfin Cosel.

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Quadratmeter misst die Videoleinwand, auf der in Bayreuth Hauptsponsor Siemens die Oper Lohengrin außerhalb des Festspielhauses überträgt. Eine Million Euro gibt der Konzern insgesamt aus. Der zweite Hauptsponsor Audi finanziert die Kinderaufführungen. Neben Staat und Sponsoren greifen die großen Festspielereignisse auch auf Mäzene zurück. Sind es in Sachsen meist ortsansässige Privatpersonen, stützt sich Bayreuth auf Förderer aus der ganzen Welt.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 26.07.2011, 02:00 UhrMV

    Viel interessanter ist doch die Frage, ob man auch in bayreuth den Weg irgendwann von der grotesken Lächerlichkeit des "Regietheaters" hin zu der Kunst zurückfindet, in welcher der Regisseur das Werk wieder zwischen sich und den Zuschauer stellt - und nicht sich selber zwischen das Werk und den Zuschauer.

    Vielleicht ist jedoch eine anspruchsvolle realistische inszenierung mit Geist eine Herausforderung, welche "moderne" deutsche Regisseure einfach nicht mehr gewachsen sind, weil dafür das Ego zu groß und das Können zu klein ist. Um eine deutsche Oper, welche noch irgendetwas mit dem angegebenen Namen zu tun hat, sehen zu können, muss man als Deutscher heute ins Ausland reisen. Hierzulande lässt der nackte Kaiser seine Kleider bewundern.

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