Film: Studio Hamburg: Harry Potter statt Großstadtrevier

Film: Studio Hamburg: Harry Potter statt Großstadtrevier

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Bisheriges NDR-Tatort-Team Maria Furtwängler und Ingo Naujoks

von Hermann J. Olbermann

Die Wirtschaftskrise hat zwar auch die TV-Sender erfasst: Die Werbeeinnahmen sinken und damit auch die Ausgaben für TV-Produktionen. Doch Studio Hamburg gibt sich trotzdem optimistisch. Die NDR-Tochter setzt verstärkt auf Kinofilme und hat sich schon mit dem Harry-Potter-Produzenten verbündet.

Start ist im Herbst: Dann beginnen die Dreharbeiten für den Film „Nachtzug nach Lissabon“. Vorlage ist der gleichnamige Bestseller von Pascal Mercier. Unter diesem Pseudonym schreibt der Schweizer Philosophie-Professor Peter Bieri, wie ein Gymnasiallehrer in Bern plötzlich die Schule schwänzt, sein bisheriges Leben aufgibt und nach Portugal flieht, um den Fragen nachzuspüren, die ihn seit Jahren umtreiben. 1,2 Millionen Bücher wurden davon allein im deutschsprachigen Raum verkauft, in 15 Sprachen wurde der Roman übersetzt. Jetzt will Studio Hamburg das Werk ins Kino bringen.

Künftig dürfte die Tochter des Norddeutschen Rundfunks (NDR) verstärkt fürs Kino arbeiten. Vor wenigen Tagen erst hat sie ein gemeinsames Unternehmen mit den Londoner Pinewood Studios gegründet, die so erfolgreiche Kassenschlager wie „Harry Potter und der Halbblutprinz“ oder „Slumdog Millionaire“ produziert haben. Beim „Nachtzug“ arbeitet Studio Hamburg mit dem Züricher Unternehmen C-Films zusammen. Da die TV-Sender aufgrund sinkender Werbeeinnahmen auch weniger Geld für Produktionen ausgeben, drängt sich der Gang ins Kino geradezu auf. Zudem dürfte Studio-Hamburg-Chef Martin Willich dabei auch den Deutschen Filmförderfonds im Blick haben - der schüttet jährlich 60 Millionen Euro für Kinoproduktionen in Deutschland aus.

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Auch in der Produktion von Werbefilmen soll sich die NDR-Tochter künftig stärker engagieren. Und mit dem ehemaligen „Spiegel“-Chefredakteur Stefan Aust betreibt Studio Hamburg seit kurzem ein gemeinsames Unternehmen, das vor allem auf Filmdokumentationen konzentrieren soll. Derzeit überlegt Studio Hamburg, neue Studios einzurichten. „Wir prüfen, in der Hamburger HafenCity Kapazitäten aufzubauen“, sagte Willich. Zumal auch der „Spiegel“ samt seiner Tochter „Spiegel TV“ in die HafenCity ziehe. Da böte sich doch ein „Mediencampus“ an, so Willich.

Insgesamt rechnet er in diesem Jahr mit einem „zufriedenstellendem Ergbnis“, aber 2009 sei „nicht wiederholbar“. Entgegen dem allgemeinen Trend verlief das vergangene Jahr für Studio Hamburg „erfreulich“. Die Studio-Hamburg-Gruppe, die TV-Dauerläufer wie „Tatort“, „Großstadtrevier“, „Rote Rosen“ oder „Hafenkante“ produziert, erreichte ein vorläufiges Ergebnis von etwa 6,2 Millionen Euro und damit fast den Vorsteuer-Gewinn des Vorjahres. Der Umsatz lag 2009 bei rund 280 Millionen Euro.

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