Finanzbranche: Russischer Milliardär hat offenbar Interesse an Deutscher Bank

Finanzbranche: Russischer Milliardär hat offenbar Interesse an Deutscher Bank

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Der russische Milliardär Sulejman Kerimow hat offenbar Interesse an der Deutschen Bank

Der russische Milliardär Sulejman Kerimow will einem Zeitungsbericht zufolge die westliche Finanzbranche aufmischen und nimmt dabei auch die Deutsche Bank ins Visier.

Der achtreichste Mann Russlands wolle in großem Stil Aktien des größten deutschen Geldhauses sowie der Schweizer Institute UBS und Credit Suisse kaufen, meldete heute das in Moskau erscheinende Wirtschaftsblatt „Kommersant“. Der Bericht fachte die Übernahmespekulationen in der europäischen Bankenbranche weiter an: Finanzwerte gehörten zu den größten Gewinnern an den Börsen.

Kerimow ist der Zeitung zufolge im Gespräch mit anderen Investoren, die er an Bord holen will. Als mögliches Einstiegsziel nannte das Blatt neben der Deutschen Bank und den Schweizern auch die US-Investmentbank Morgan Stanley. Das Vermögen des 42-Jährigen, der auch im russischen Parlament sitzt, beträgt laut dem Wirtschaftsmagazin „Forbes“ mehr als 17 Milliarden Dollar. Kerimow rangiert damit auf Platz 36 der reichsten Menschen der Welt. Einen Großteil des während der Privatisierungswelle in den neunziger Jahren angehäuften Vermögens hat er über das Investmentvehikel Nafta-Moskva in Aktien der russischen Sberbank und des Gasmonopolisten Gazprom angelegt.

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Diese Beteiligungen will er „Kommersant“ zufolge verkaufen, um die aktuell niedrigen Einstiegskurse bei westlichen Banken zu nutzen. Die Zeitung berief sich auf Banker, die mit den Plänen vertraut seien. Bei der Deutschen Bank peile Kerimow einen Anteil von bis zu neun Prozent an, berichtete das Blatt. Dies entspräche auf Basis der aktuellen Marktkapitalisierung einem Wert von drei Milliarden Euro. Ende 2007 habe er bereits drei Prozent an dem Institut gehalten. Ein Sprecher der Deutschen Bank konnte dies nicht bestätigen. Dem Institut seien lediglich zwei Aktionäre bekannt, die mehr als drei Prozent hielten: die britische Bank Barclays und der französische Versicherer Axa. Meldepflichtig ist eine Beteiligung erst ab drei Prozent. Anteile unter dieser Schwelle können aber freiwillig veröffentlicht werden.

So gab der Dubaier Staatsfonds DIFC vor einem Jahr bekannt, 2,2 Prozent an der Deutschen Bank zu halten. Russland hat bislang keinen eigenen Staatsfonds, aber viele der russischen Milliardäre haben für ihre Investments im Westen die Zustimmung der russischen Regierung. Die Schweizer Institute UBS und Credit Suisse lehnten eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Auch bei den Eidgenossen gilt eine Meldeschwelle von drei Prozent. „Kommersant“ zufolge hielt Kerimow zuletzt jeweils ein Prozent an den beiden Geldhäusern.

Zumindest bei der krisengeplagten UBS halten es viele Marktbeobachter für wahrscheinlich, dass ausländische Investoren die Chancen für einen billigen Einstieg nutzen. Das Geldhaus, das mit Abschreibungen von 24 Milliarden Euro europaweit am härtesten von der Finanzkrise betroffen ist, will sich bei seinen Anteilseignern knapp zehn Milliarden Euro frisches Kapital beschaffen. Viele Altaktionäre haben dabei ihre Bezugsrechte für neue Aktien zu vergleichsweise niedrigen Kursen über die Börse verkauft. Dies hätten sicher viele Investoren insbesondere aus reichen Schwellenländern zu Käufen genutzt, sagten Händler.

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