Finanzierung: Unternehmen finden Alternativen zur Hausbank

Finanzierung: Unternehmen finden Alternativen zur Hausbank

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Vorläufig gerettet durch Finanzinvestor: das mittelständische Unternehmen TMD Friction in Leverkusen.

Unternehmen machen jetzt ihre Finanzierung klar: Selbst skeptische Mittelständler denken bei ihrer Finanzierung um und öffnen sich für Investoren. Wie Firmen die besten Alternativen zur Hausbank finden.

Daimler-Chef Dieter Zetsche freut sich über seinen neuen Großaktionär aus Abu Dhabi, vor allem über die damit verbundene Finanzspritze von rund zwei Milliarden Euro. Auch beim insolventen Chiphersteller Qimonda kommt vermutlich ein staatsnaher Investor aus Fernost oder Russland zum Zuge. Insolvenzverwalter Martin Jaffé hatte monatelang vergeblich Banken und private Investoren abgeklappert.

Der Einstieg ausländischer Staatsfonds ist für Großunternehmen nichts Neues – aber er steht für eine Entwicklung, die im Zuge der Krise jetzt auch mittelständische Unternehmen erfasst hat. Weil die Banken sich ihrer angestammten Rolle als externe Kapitalgeber verweigern, müssen immer mehr Unternehmen zu neuen Finanzierungsmethoden greifen.

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„Die Kreditklemme macht selbst stocksolide finanzierte Unternehmen bisweilen zu Bittstellern“, klagt Alexander Roos, Partner der Beratung Boston Consulting Group (BCG). Das hat auch die Regeln im Finanzmanagement verändert. Wer überleben will, muss konservativ bilanzieren, seinen Fremdkapitalanteil zurückfahren und über alternative Finanzierungsmöglichkeiten nachdenken.

Mittlerweile gilt das Verhältnis zwischen vielen Firmenkunden und ihrer Hausbank als zerrüttet. Selbst konservative Mittelständler sind genervt, wenn sie immer wieder um die Verlängerung der Kreditlinie betteln müssen, und darum bereit, sich Fremdkapital ins Haus zu holen. Das gilt erst recht für Unternehmen, die um ihr Überleben bangen müssen. Beim insolventen mittelständischen Automobilzulieferer TMD Friction etwa stieg jüngst der englische Finanzinvestor Pamplona Capital ein, hinter dem der russische Bankier Alex Knaster steht. Nur so konnte der Bremsbelägehersteller gerettet werden.

Offenheit für Beteiligung im Mittelstand wächst

„Auch Gespräche mit den lange Zeit abgelehnten ausländischen Staatsfonds sind nicht mehr tabu, um sich mit frischem Eigenkapital unabhängiger von den Kreditgebern zu machen“, sagt Berater Roos. Gerade die Fonds aus Abu Dhabi, Dubai oder Katar haben an Reputation gewonnen: Sie gelten als verlässliche Ankeraktionäre, die sich kaum ins operative Geschäft einmischen, aber langfristig zu ihren Beteiligungen stehen. Solche Minderheitsbeteiligungen haben den Vorteil, dass sie die Eigenkapitalquote der Zielunternehmen erhöhen – das wiederum erleichtert denen die Kreditgespräche mit ihren Banken.

Die Krise hat die Denke der bei Fremdkapitalbeteiligungen traditionell skeptischen Mittelständler völlig umgekrempelt: „Die Offenheit für Beteiligungen im Mittelstand wächst“, beobachtet Armin Schuler, Chef der Unternehmensbeteiligungsgesellschaft BWK in Stuttgart. Die BWK hält als langfristig orientierter Investor Minderheitsbeteiligungen an 24 mittelständischen Unternehmen wie dem Waagen-Hersteller Bizerba oder dem Werkzeugmaschinenbauer Vollmer Werke. Auch gegenseitige Beteiligungen sind kein Tabu mehr: „Familienunternehmen werden als strategische Investoren für andere Familienunternehmen immer attraktiver“, sagt Christoph Achenbach, Partner der Intes Beratung für Familienunternehmen in Bonn.

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