Rückkäufe sind erst am Anfang
Knapp 30 Milliarden Dollar für Rückkäufe – das klingt eigentlich viel. Doch in Wirklichkeit ist das erst der Anfang. In der Bilanz für 2008 gibt AIG zu, dass Ende 2008 noch immer ein CDS-Portfolio in Höhe von 234 Milliarden Dollar in den Büchern stand. Im Jahr zuvor waren es noch 379 Milliarden Dollar gewesen, AIG hat also schon ein wenig bei den toxischen Wertpapieren abgespeckt.
Für Europas Banken steht da noch einiges auf dem Spiel. Denn das CDS-Portfolio stammt laut Bilanz von Finanzinstitutionen “vor allem aus Europa“. Die nun offengelegten Zahlungen zeigen, dass ein ziemlich großer Teil davon an amerikanische Banken floss. Wie Michael Mandel im Blog Economics Unbound vorrechnet, gingen insgesamt 44 Milliarden der Gelder an US-Banken. Rund 58 Milliarden Dollar flossen an Banken außerhalb der USA, davon ein Großteil an französische und deutsche Banken.
Deutsche Bank hängt offenbar tief im AIG-Schlamassel
Die Deutsche Bank erhielt hierzulande bei weitem die meisten Gelder. Das zeigt deutlich, dass sie im AIG-Schlamassel tiefer drinsteckt als bislang zugegeben. Ganz deutlich sieht man das an der Rangliste der CDS-Rückkäufe. Sie ist ein guter Gradmesser, wie tief die europäischen Banken im AIG-Morast versinken. Denn vermutlich werden die AIG-Mannen zuerst bei jenen angeklopft haben, die am meisten CDS-Verträge eingegangen sind.
Bei den Rückkäufen liegt die Deutsche Bank an vierter Stelle. Doch die Liste täuscht ein wenig, denn US-Banken scheinen bei den Rückkäufen überrepräsentiert. Denn AIGs CDS-Portfolio besteht großteils aus Kontrakten mit europäischen Banken. Damit dürfte die Deutsche Bank nach der Société Generale eigentlich an zweiter Stelle liegen.
USA spielen möglicherweise böses Spiel
Josef Ackermann kann sich nun natürlich drüber freuen, dass er statt deutscher Staatshilfen nun indirekt amerikanische Gelder erhält. Doch dieses Spiel ist brandgefährlich.
Das Rückkauf-Verhalten von AIG gibt einem Gerücht Nahrung, die sich seit Wochen in Finanzkreisen hält. Demnach sollen die Amerikaner angeblich versuchen, ihre eigenen Banken so rasch als möglich aus dem CDS-Schlamassel zu befreien. Sobald sie das erreicht haben, wollen sie AIG angeblich endgültig in die Pleite schicken.
Für Europas Banken wäre das ein Schlag, den sie nur schwer verkraften könnten. Denn wenn AIG Pleite geht, müssten sie ihre gesamten CDS-Kontrakte abschreiben. Das würde die Deutsche Bank in eine lebensbedrohliche Schieflage bringen.














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Alle Kommentare lesen05.05.2009, 13:15 UhrAnonymer Benutzer: Bernie
Honni soit qui mal y pense.
31.03.2009, 20:07 UhrAnonymer Benutzer: Feri
Hallo ich hoffe es kann mir jemand weiterhelfen. Seit kurzem verfolge ich die Entwicklung der AiG und deren "intrigen" für meine Hausarbeit.
Leider versteh ich nicht, warum die AiG mit hilfe der FED extra eine Finanzeinheit gegründet hat. ist es wegen den Prämien für die CDS die sie zahlen müssten?
Vielen Dank!
19.03.2009, 08:52 UhrAnonymer Benutzer: @ Zorniger Bayer
Die Fälle liegen schon bei der Staatsanwaltschaft (hier FFM). Nur lehnt die jede Eröffnung eines Verfahrens ab, da -wörtliches Zitat- : "keinerlei Schaden entstanden ist" und das "Verhalten der Manager als sozialadäquat" gilt.
ist zwar hart ist aber so. ist sogar im Namen das Volkes. Würde mich trotzdem nicht so wie Ackermann und Co verhalten. Mich würden die gleichen Staatsanwälte natürlich anklagen. ist eben eine Prekariatsjustiz in Deutschland.