Finanzkrise: BayernLB verliert eine Milliarde im dritten Quartal

Finanzkrise: BayernLB verliert eine Milliarde im dritten Quartal

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Die BayernLB rutscht immer tiefer in die Krise

Die schlechten Nachrichten für Horst Seehofer hören nicht auf: Die BayernLB rutscht immer tiefer in die Krise. Eine Rettung durch Fusion mit der LBBW ist vorerst nicht in Sicht. Und die Opposition erhöht den Druck.

Nach dem angekündigten radikalen Stellenabbau zu Beginn der Woche folgten heute die schlechten Zahlen. Die zweitgrößte deutsche Landesbank BayernLB hat alleine im dritten Quartal wegen der Turbulenzen auf den Finanzmärkten einen Verlust von einer Milliarde Euro beim operativen Ergebnis eingefahren. Eine Prognose für das Gesamtjahr sei wegen der „dramatischen Marktentwicklung“ im laufenden vierten Quartal nicht möglich, teilte das Institut in München mit.

Die BayernLB hatte sich zunächst auf einen Verlust von drei Milliarden Euro in diesem Jahr eingestellt, diesen Ausblick aber bereits aufgehoben. Eine zufriedenstellende Entwicklung im operativen Kundengeschäft werde durch die Verwerfungen auf den Finanzmärkten überdeckt. Schon für die ersten neun Monate des Jahres 2008 weist die BayernLB einen Verlust von 1,67 Milliarden Euro aus. Im vierten Quartal verschärft sich die Lage weiter.

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Zu einer möglichen Fusion der BayernLB mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) gibt es unterdessen widersprüchliche Signale. Nach Angaben von Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) ist sie vorerst vom Tisch. „Es gibt auf absehbare Zeit keine Gespräche über einen Zusammenschluss von LBBW und BayernLB“, sagte der Minister dem „Mannheimer Morgen“.

Fusion der Südbanken weiter ungewiss

Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) aber deutete weiter seine Bereitschaft zu Gesprächen über eine Fusion an. Im Stuttgarter Landtag sagte Oettinger, sieben Landesbanken in Deutschland seien „zu viel“. Die Landesregierung biete deshalb weiter Gespräche an - „zuvorderst in Bayern“. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer galt bislang allerdings als skeptisch, was eine Zusammenführung der zwei süddeutschen Landesbanken angeht.

Deutliche Kritik am politischen Umgang Seehofers mit der Bankenkrise kommt von der bayerischen Sozialdemokraten. SPD-Fraktionschef Franz Maget sagte dem Radiosender Bayern 2: „Die letzten zwei Monate wurde viel zu zögerlich gehandelt. " Von einer neuen Politik könne „überhaupt keine Rede sein“, urteilte Maget. „Diejenigen, die in der Vergangenheit für die Probleme bei der Landesbank verantwortlich waren“, hätten nun auch in der neuen Staatsregierung wichtige Posten. Maget verwies vor allem auf den jetzigen Finanzminister Georg Fahrenschon.

Am Montag hatte die BayernLB wegen der Finanzkrise eine massive Umstrukturierung mit dem Abbau von 5600 Arbeitsplätzen und der Schließung zahlreicher Auslandsbüros, vor allem in Asien, bekannt gegeben. Der Freistaat Bayern als Besitzer muss die Bank mit zehn Milliarden Euro stützen, um ihre Existenz zu sichern. Der Landtag berät heute über die Kapitalspritze.

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