Finanzkrise: Deutschen Banken fehlen Milliarden

Finanzkrise: Deutschen Banken fehlen Milliarden

Eine neue Studie von Goldman Sachs belastet die Bankenwerte an den Börsen. Die Investmentbank rechnet vor, dass die europäischen Banken 60 bis 90 Milliarden Euro zusätzliches Kapital benötigen.

Die meisten deutschen Bankenwerte rutschten nach einer freundlichen Eröffnung ins Minus. Deutsche Bank verloren rund ein Prozent, Commerzbank 1,7 Prozent und Postbank 1,6 Prozent. Auf europäischer Ebene zählten Barclay und Banco Santander mit Kursverlusten von über zwei Prozent zu den größten Verlierern.

Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung von Konjunktur und Finanzkrise sorgte für Aktienverkäufe. Der Dax rutschte bis zum späten Vormittag um 0,4 Prozent auf 6326 Punkte. „Die Stimmung ist angeschlagen“, sagte ein Händler. „Vor allem die Banken sind immer noch Tabu.“ Daran ändere auch die Aussage der UBS nichts, kein frisches Kapital zu benötigen.

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„Das wird noch eine Weile dauern, bis Bankenwerte wieder in Mode kommen“, erklärte ein Händler. Auch die Aktien der Deutschen Börse blieben mit einem Minus von 1,8 Prozent auf 70,55 auf Talfahrt. „Solange die Umsätze so mager bleiben, wird die Aktie unter Druck sein“, sagte ein Händler.

Nebenwerte steigen

Im Dax zählten ansonsten die Aktien von Infineon mit plus fünf Prozent auf 4,86 Euro zu den Gewinnern. „Das ist technisch bedingt“, sagte ein Händler mit Blick auf den jüngsten Kursrutsch. Andere Händler sagten, es gebe Übernahmegerüchte. An den vergangenen fünf Handelstagen hatten Infineon angesichts schwindender Übernahmephantasie über 20 Prozent an Wert verloren.

Unter Druck waren im Dax die Aktien von Merck, die schon die ganze Woche schwächeln. „Merck sind im Moment nicht sonderlich beliebt bei den Investoren, obwohl die Aktien im Dax im ersten Halbjahr ganz gut abgeschnitten haben“, sagte ein Händler. Merck verloren zwei Prozent auf 80,49 Euro. Zudem waren Continental - ebenfalls einer der Aktien mit der schwächsten Kursentwicklung in dieser Woche - schwach. Conti verloren zwei Prozent auf 61,61 Euro.

Die Nebenwerte trotzten den Blue Chips. Der MDax stieg um 0,6 Prozent auf 8545 Punkte, der TecDax um 0,3 Prozent auf 740 Punkte und der SDax um 0,8 Prozent auf 4150 Punkte. Im MDax trug das Schwergewicht K+S den Aufschwung. Die Aktien des Salz- und Düngemittelherstellers glichen einen Teil der Verluste der vergangenen fünf Handelstage wieder aus und führten die Gewinnerliste mit einem Plus von zeitweise 6,5 Prozent auf 334 Euro an. Im TecDax holten die in dieser Woche arg gebeutelten Solarwerte wieder etwas auf. Centrotherm und Roth & Rau profitierten dabei von Kaufempfehlungen der Commerzbank.

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