Finanzkrise: Evonik bläst Börsengang ab

Finanzkrise: Evonik bläst Börsengang ab

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Evonik-Aufsichtsratschef Wilhelm Bonse-Geuking soll Kontakte zu Finanzinvestoren aus Südostasien, Dubai und den USA aufgenommen haben, die Evonik komplett und ohne Börsengang übernehmen wollen

Jetzt steht es fest: Wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten wird der erste milliardenschwere Börsengang dieses Jahres abgeblasen. Die RAG legte ihre Pläne für den Mischkonzerns Evonik zu den Akten.

Nun soll stattdessen ein Finanzinvestor gefunden werden. Über diese Überlegungen hatte wiwo.de bereits berichtet.

Eine Evonik-Sprecherin sagte, die RAG-Stiftung als Eigentümer von Evonik habe dem Konzern mitgeteilt, der Weg eines Börsengangs könne wegen der unbefriedigenden Entwicklung des Kapitalmarktes nicht mehr mit Aussicht auf Erfolg weiterverfolgt werden.

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Der Stiftung lägen Angebote „renommierter Finanzinvestoren“ für Anteile an Evonik vor, hieß es nun. Deshalb wolle sie die Chancen für einen Verkauf einer Beteiligung an einen Investor „intensiv ausloten“.

Nach früheren Informationen der Deutschen Presseagentur wollten elf internationale Finanzinvestoren für ein 25-Prozent-Paket bis Ostern ihre unverbindlichen Angebote abgeben. Der Kaufpreis soll „zwei Milliarden Euro plus x“ betragen.

Der Evonik-Konzern besteht im wesentlichen aus den Geschäftsfeldern Chemie (früher Degussa), Energie (ehemals Steag) und Immobilien. Der Umsatz betrug zuletzt 14,4 Milliarden Euro, das Konzernergebnis 876 Millionen Euro.

Vorbereitungen für einen Börsengang sollen erst wieder aufgenommen werden, wenn es am Kapitalmarkt wieder Perspektiven dafür gäbe. „Ob sich unsere Eigentümerin nun in einem ersten Schritt für den Börsengang oder einen Investor entscheiden wird - wir sind bereit“, hatte Evonik-Chef Werner Müller Mitte März erklärt. Die erwarteten Milliardeneinnahmen sollten die Folgekosten des auslaufenden deutschen Steinkohlebergbaus decken.

Mit dem in Tranchen geplanten Verkauf wollte die RAG-Stiftung bis 2018 mindestens 6,9 Milliarden Euro erlösen. So viel verschlingen nach einem Gutachten der Wirtschaftsprüfer der KPMG die Ewigkeitslasten des Bergbaus wie Grundwasserreinigung und Grubenwasserhaltung. Durch die Bergschäden im Saarland war der Handlungsdruck auf die Stiftung gestiegen.

Deren Chef Wilhelm Bonse-Geuking hatte sich aber schon im Dezember wegen der Kapitalmarktkrise nicht mehr auf einen Zeitpunkt für den Börsengang festlegen wollen. „Es liegt auf der Hand, dass wir von dem Verkauf einer Minderheitsbeteiligung voraussichtlich in 2008 absehen müssten, falls sich abzeichnen würde, dass wir keinen angemessenen Erlös erzielen können“, unterstrich er damals. Die durch faule Immobilienkredite in den USA ausgelöste Finanzmarktkrise hatte weltweit die Börsenkurse purzeln lassen.

Nach dem bisherigen Modell wollte die Stiftung 2008, 2010 und 2012 Evonik-Aktien an den Kapitalmarkt bringen. Sie selbst will langfristig knapp über 25 Prozent halten, um mit der Sperrminorität zu verhindern, dass Evonik von Investoren zerlegt und in Einzelteilen weiterverkauft wird.

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