Finanzkrise: Finanzinvestoren greifen nach angeschlagener Hypo Real Estate

Finanzkrise: Finanzinvestoren greifen nach angeschlagener Hypo Real Estate

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Hypo-Real-Estate-Bank in München

J.C. Flowers will offenbar die Gunst der Stunde nützen: Eine Investorengruppe um den US-Finanzinvestor J.C. Flowers plant einen milliardenschweren Einstieg beim Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate. Dem Hypo-Real-Estate-Aktienkurs taten die Neuigkeiten mehr als gut.

 Die Investorengruppe wolle ein öffentliches Kaufangebot für bis zu 24,9 Prozent der Aktien abgeben, teilte die Hypo Real Estate heute in München mit. Zu der Gruppe gehören auch die Shinsei Bank Limited und Grove International Partners LLP. Bei einem Angebotspreis von 22,50 Euro in bar pro HRE-Aktie belaufe sich der Kaufpreis auf maximal 1,1 Milliarden Euro.

Der Immobilienfinanzierer begrüßte die Pläne grundsätzlich: „Die Gruppe würde damit zusätzliche Stabilität auf der Investorenseite gewinnen und erschließt zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten“, hieß es in einer Stellungnahme. Bereits heute Nachmittag hatten Spekulationen um die Pläne von J.C. Flowers der HRE-Aktie kräftig Auftrieb verliehen. Die Papiere waren daraufhin zeitweise vom Handel ausgesetzt, am frühen Abend sprangen sie zwischenzeitlich um gut 22 Prozent auf über 22,50 Euro.

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Vorstand und Aufsichtsrat kündigten an, die Offerte nach der Vorlage zu prüfen und unverzüglich eine Stellungnahme dazu abzugeben. Das Kaufangebot werte man als „Zeichen des Vertrauens in die Geschäftsstrategie und in das Wachstumspotenzial der Gruppe“, erklärte die Bank. Die Investorengruppe habe ausdrücklich bestätigt, dass sie die derzeitige Strategie der Hypo Real Estate unterstütze. In den Gesprächen hätten sich auch gute Ansatzpunkte für eine Zusammenarbeit mit der japanischen Shinsei Bank im öffentlichen Sektor und in der kommerziellen Immobilienfinanzierung ergeben.

Die Hypo Real Estate hatte Mitte Januar angesichts der überraschenden Offenlegung von Belastungen durch die Finanzkrise drastisch an Börsenwert eingebüßt. Innerhalb eines Tages war der Aktienkurs um gut ein Drittel eingebrochen und hatte danach weiter an Wert verloren. Bei Aktionärsschützern erntete die Führungsspitze um Konzernchef Georg Funke deshalb heftige Kritik - noch im November sah sie die Hypo Real Estate kaum von den Auswirkungen der Finanzkrise betroffen. Wegen der Vorgänge läuft auch eine Prüfung der Finanzaufsicht BaFin wegen möglicher Verstöße gegen die Ad-hoc- Pflicht.

Der Angebotspreis der Investorengruppe um J.C. Flowers entspricht derweil nach Angaben der Bank einem Aufschlag von 25,3 Prozent auf den volumengewichteten Xetra-Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate bis einschließlich 15. April. J.C. Flowers sei bereits seit 2004 erfolgreich im deutschen Markt aktiv. Zuletzt hatten im Oktober 2006 von dem Unternehmen beratene Trusts 26,58 Prozent an der HSH- Nordbank erworben.

Erst Ende März war der Immobilienfinanzierer wegen der Belastungen durch die Finanzkrise von seiner Gewinnprognose abgerückt. Auch weitere Abschreibungen seien möglich, hatte Funke erklärt. „Die Märkte sind unberechenbar geworden.“ Im vergangenen Jahr hatte die ehemalige HypoVereinsbank-Tochter für mehr als fünf Milliarden Euro die Übernahme des Staatsfinanzierers DEPFA geschultert, um ihre Rolle als Finanzierer von großen Projekten wie Bürogebäuden, Flughäfen, Brücken oder Kliniken weiter auszubauen.

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