Finanzkrise: "Geld regiert nicht die Welt" - Seite 2

Finanzkrise: "Geld regiert nicht die Welt"

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Was tun?

Unternehmerisch führen! Unternehmerisch geführte Unternehmen, wir nennen sie kurz UGUs, stellen die produktive Kraft und die funktionelle Leistungsfähigkeit in den Mittelpunkt und nicht die Gier einzelner Gruppen. Ich denke da an Unternehmen wie Würth, Nestlé, Porsche oder Oetker. Wissen ist das Kapital der UGUs, nicht Geld. Deren Manager starren nicht auf Vierteljahreszahlen und den schnellen Rubel, sondern denken an das nachhaltige Wachstum des Unternehmens. Der Profit kommt dann von ganz allein.

Sie haben  schon Ende der Achtziger  den großen wirtschaftlichen Absturz voraus gesagt. Über 15 Jahre ist dann nichts passiert.

Doch. Wir hatten damals vor allem Japan im Blick. Und Japan ist seit der Krise Anfang der Neunzigerjahre ein Schatten seiner selbst. In den Jahren danach konnte die Wirtschaftskrise durch die Hereinnahme neuer großer Märkte wie China, die Tigerländer oder Russland immer wieder hinausgeschoben werden – allerdings immer wieder unterbrochen durch Krisen wie der Asien-, der Mexiko- oder der Russlandkrise. Aufschubwirkung hatte auch die enorme Kreditausweitung, eine Politik, die langfristig nicht gut gehen konnte. Aber ich habe immer gesagt, dass diese Politik in einer globalen Krise enden würde.

Sind mittelständische Familienunternehmen in der Krise besser positioniert?

Unter den Familienfirmen gibt es viele, die unternehmerisch geführt werden - oft von den Gründern oder der zweiten Generation. Eine Garantie für gute Unternehmensführung sind Familienbetriebe allerdings nicht: Denken Sie an die Familienfirmen mit weit verzweigter Eigentümerstruktur, in denen sich verschiedene Inhaberstämme bekämpfen. Und oft ist die heutige Nachfolgegeneration auf den MBA-Schulen durch das Shareholder-Denken verdorben worden. Umgekehrt gibt es auch börsennotierte Konzerne, die wie UGUs geführt werden. Deren Manager schaffen dann den Spagat, am Nachmittag das Gegenteil von dem von dem zu tun, was sie am Morgen den im Quartalsdenken befangenen Analysten erzählt haben.

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8 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 23.07.2009, 21:23 UhrAnonymer Benutzer: M.Buesing

    Es zeigt sich u.a. das Egoismus als "dämonischer" Trieb des Menschen dazu führen kann die gesamte terrestrische Welt in den Abgrund zu führen. Nur die Anwendung der Kybernetik kann hier die "Rettung" einleiten. Es wird Zeit diese Wissenschaft als zentrales Thema in die klassischen wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge zu integrieren.

    Ein begeisterter und langjähriger "Kybernetiker"

  • 16.05.2009, 15:23 UhrAnonymer Benutzer: Tim

    ES bESSER ALS DiE GAUNER MACHEN

    Trivial war und ist das Leben von Tieren. Fressen und vermehren. Für den Menschen fing alles ganz ähnlich an. intelligenz im Sinne von informationsverarbeitung ließen ihn höhere Ziele anstreben und erreichen. Subjektivität (Kognitivismus) führte allerdings nicht zum vollständig korrenkten und damit richtigen Durchdenken. Das ist der Grund für Unzulänglichkeit von Systemen die geschaffen wurden um der Komplexität unserer Welt Herr zu werden. Zu Tief sitzt die Krankheit. Der Alkoholiker sollte keinen Schnaps bekommen sondern eine grundlegende Entziehungskuhr.

    Die wirklichen Strukturen und Lenkungsmechanismen von Unternehmen, Staat und anderen Systemen müssen in ihren Reihen aufgedeckt und einer Systemgenerierung unterzogen werden. Jeder baustein als eigenes System, Lebensfähig und Rekursiv zu Sub- und Metaebene.

    Dies setzt voraus, dass sich Führungskräfte über alle Ebenen an richtigen Werten orientieren und Verantwortung für ihre Aufgabe übernehmen.

    So kann durch Strukturgleichheit von Systemen egal welcher Größe, Verschachtelung und Ebene die heutige Komplexität unter Kontrolle gebracht werden und ein System als einheitliches Ganzen wirken.

    Wenn die Nerven richtig vernetzt sind findet auch das blut wieder den richtigen Weg und auf Schnaps kann gänzlich verzichtet werden.

  • 26.02.2009, 15:33 UhrAnonymer Benutzer: Ricci "Cigar" Riegelhuth

    MENSCHEN bRAUCHEN MENSCHEN und KEiNE z a h l e n . . .


    bei dem ganzen Kladderadatsch von fehlenden Milliarden, verlustiertem Vertrauen in ein globales Finanzsystem und der sehr menschlichen begabung bei massenhafter Gier auf Profit alles Hirn gleich mit zu verschlingen, ist für mich jetzt die brennende Frage:
    wie wirkt Geld auf unsere beziehung zu unseren Mitmenschen`?
    Wie beeinflusst das Geld unsere Wertvorstellungen in unserer Gesellschaft und welche Konsequenzen ergeben sich daraus?
    Werden wir etwa komplett monetär "nivelliert"?
    Soziologie könnte die Grundlage bieten unser Dilemma zu fundieren!
    Hier der Herr Simmel, Schorsch vor über hundert Jahren, sicher geschrieben, umnebelt vom havannanösem Zigarren-Duft.

    Georg Simmel:
    Die Grosstädte und das Geistesleben
    ex: Die Grossstadt. Vorträge und Aufsätze zur Städteausstellung. (Jahrbuch der Gehe-Stiftung Dresden, hrsg. von Th. Petermann, band 9, 1903, S. 185-206, Dresden)

    "Das Wesen der blasiertheit ist die Abstumpfung gegen die Unterschiede der Dinge, nicht in dem Sinne, dass sie nicht wahrgenommen würden, wie von dem Stumpfsinnigen, sondern so, dass die bedeutung und der Wert der Unterschiede der Dinge und damit der Dinge selbst als nichtig empfunden wird.

    Sie erscheinen dem blasierten in einer gleichmäßig matten und grauen Tönung, keines wert, dem anderen vorgezogen zu werden.

    Diese Seelenstimmung ist der getreue subjektive Reflex der völlig durchgedrungenen Geldwirtschaft; indem das Geld alle Mannigfaltigkeiten der Dinge gleichmäßig aufwiegt, alle qualitativen Unterschiede zwischen ihnen durch Unterschiede des Wie viel ausdrückt, indem das Geld, mit seiner Farblosigkeit und indifferenz, sich zum Generalnenner aller Werte aufwirft, wird es der fürchterlichste Nivellierer, es höhlt den Kern der Dinge,
    ihre Eigenart,
    ihren spezifischen Wert,
    ihre Unvergleichbarkeit rettungslos aus.

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