Finanzkrise: IKB entwickelt sich für KfW zu Fass ohne Boden

Finanzkrise: IKB entwickelt sich für KfW zu Fass ohne Boden

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IKB: Der Verkauf der maroden Bank soll 800 Millionen Euro bringen

Neue Hiobsbotschaft von der IKB: Die schwer angeschlagene Mittelstandsbank rechnet mit höheren Verlusten als bislang erwartet, was den Aktienkurs heute absacken ließ. Die staatliche Förderbank KfW schießt als IKB-Großaktionärin weitere 450 Millionen Euro zu, womit das 2,3 Milliarden Euro schwere Hilfspaket für die IKB praktisch ausgeschöpft ist.

Nächster Akt im Drama um die Rettung der IKB: Heute hat die schwer angeschlagene Mittelstandsbank bekanntgegeben, dass die Verluste höher ausfallen werden als bislang angegeben. Der Vorstand erwarte zusätzliche Bewertungsverluste bei Portfolioinvestments, deren Verkauf vorübergehend ausgesetzt worden sei, teilte das heute Kreditinstitut mit. Für das Geschäftsjahr 2007/08 erwarte man nun einen Nachsteuerverlust im Konzern in einer Größenordnung von 800 Millionen Euro. Zuletzt war die IKB von 550 Millionen Euro Minus ausgegangen.

Der Handel mit IKB-Aktien wurde am Vormittag ausgesetzt. Die Strafe der Investoren folgte auf den Fuße: Nach der Wiederaufnahme des Handels mit dem Papier am Mittag sackte der Kurs der IKB-Aktie binnen weniger Minuten um 13,83 Prozent auf 4,36 Euro ab.

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Bitter ist das auch für die staatliche Förderbank KfW: Um die neuen Löcher zu stopfen, schießt die KfW als IKB-Großaktionärin weitere 450 Millionen Euro zu. Damit ist das jüngste Hilfspaket von 2,3 Milliarden Euro praktisch ausgeschöpft. Wie die IKB heute mitteilte, ist wegen des Preisverfalls in Folge der Finanzkrise zudem der geplante Verkauf der risikobehafteten Wertpapiere aus dem Portfolio der Bank vorerst gestoppt worden. Damit droht Finanzkreisen zufolge auch eine Verzögerung des gesamten IKB-Verkaufs, was der KfW neue Probleme bereiten könnte.

Für die KfW entwickelt sich ihre rund 43-prozentige Beteiligung an der wegen Fehlspekulationen am US-Hypothekenmarkt in Schieflage geratenen IKB damit immer mehr zu einem Fass ohne Boden. An den drei Hilfspaketen für die Bank im Gesamtvolumen von mehr als 8,5 Milliarden Euro trägt die KfW den Löwenanteil. In der Politik kamen angesichts der neuen Löcher bei der IKB umgehend Forderungen nach einem Ende weiterer staatlicher Geldspritzen für die Bank auf. „Es darf keine weiteren Mittel aus dem Bundeshaushalt geben“, sagte der Haushaltsexperte der Unions-Fraktion, Steffen Kampeter. Jetzt müsse die KfW selbst für ihr eigenes Missmanagement bei der IKB geradestehen.

KfW hält an Verkaufsplänen für IKB-Anteile fest

Die IKB teilte weiter mit, beim beabsichtigten Verkauf des risikoreichen Teils des Portfolioinvestments sei von zusätzlichen Verlusten in einer Höhe von rund 450 Millionen Euro nach Anrechnung des Risikoschirms von einer Milliarde Euro auszugehen; für das als sicher eingestufte Portfolio würden weitere Bewertungsverluste von 140 Millionen Euro erwartet. „Im Einzelabschluss der IKB AG (nach HBG) erwartet der Vorstand jetzt einen Bilanzverlust nach Verlusttragung der Genussrechte und stillen Einlagen in der Größenordnung von 1,2 Milliarden Euro“, erklärte das Unternehmen weiter. Für mehrere Geschäftsjahre würden voraussichtlich keine oder nur geringe Überschüsse im Konzern und in der IKB AG ausgewiesen.

Die IKB war im Zuge der US-Subprime-Krise ins Trudeln geraten und wurde zunächst mit Milliardenspritzen über die öffentliche KfW gerettet.  Die KfW-Bankengruppe hält am geplanten Verkauf ihrer IKB-Anteile fest. „Der Verkaufsprozess geht weiter“, sagte eine Sprecherin heute in Frankfurt. Die KfW hält gemeinsam mit einer Stiftung rund 50 Prozent der IKB-Anteile, durch eine geplante Kapitalerhöhung könnte der Anteil auf rund 90 Prozent steigen.

Dem Vernehmen nach hat die KfW keine weiteren Rückstellungen für die jüngsten Hilfszahlungen an die IKB bilden müssen. Die heute von der IKB berichtete Hilfszahlung in Höhe von 450 Millionen Euro sei Teil des im Februar vereinbarten Rettungspakets, hieß es. Bislang hat die KfW wegen der Schieflage der IKB rund fünf Milliarden Euro Rückstellungen gebildet. Im Februar hatten Bund, Banken und die KfW ein neues Rettungspaket von 1,5 Milliarden Euro präsentiert.

Zusammen mit 800 Millionen Euro, die die KfW sich aus dem Verkauf der IKB erhoffte, sind dies 2,3 Milliarden Euro. Davon wurden im Februar 600 Millionen und jetzt 450 Millionen als Hilfs-Darlehen an die IKB gegeben. Die restlichen 1,25 Milliarden Euro sind für die Kosten der KfW für die geplante Kapitalerhöhung der IKB vorgesehen.

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