Finanzkrise: IKB vor turbulenter Hauptversammlung

Finanzkrise: IKB vor turbulenter Hauptversammlung

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Die Zentrale der Deutschen Industriebank IKB in Düsseldorf

Die finanziell schwer angeschlagene Mittelstandsbank IKB steht morgen vor einer turbulenten Hauptversammlung.

Vertreter von Kleinaktionären wollen Vorstand und Aufsichtsrat der Bank nicht entlasten beziehungsweise diesen Punkt vertagen und einen Sonderprüfer einsetzen. Auch die staatseigene KfW Bankengruppe, die mit 43 Prozent größter Anteilseigner der IKB ist, will eine Entlastung verschieben und das Gutachten eines Sonderprüfers abwarten.

Es sei wichtig, dass vor einer Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat mehr Transparenz hergestellt werde. Ziel der Sonderprüfung wird es sein, genauer zu ermitteln, wer für die IKB-Krise verantwortlich ist.

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Nach der Auswechslung des Vorstands steht seit längerem der Aufsichtsrat im Zentrum der Kritik. Finanzexperten sind der Ansicht, dass die Kontrolleure die Schieflage der Bank hätten erkennen müssen. Die FDP wirft Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) und der Finanzaufsicht vor, bei der Kontrolle der IKB versagt zu haben.

Im Aufsichtsrat der Bank sitzen neben einem Vertreter aus dem Bundesfinanzministerium unter anderem Wirtschaftsgrößen wie der frühere E.On-Chef Ulrich Hartmann und der Ex-Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Michael Rogowski. Das Finanzministerium geht unterdessen weiter davon aus, dass der Aufsichtsrat seinen Pflichten voll nachgekommen ist.

Die IKB war die erste Bank in Deutschland, die im Juli vergangenen Jahres in den Sog der US-Hypothekenkrise geraten war. Die Bank hatte sich mit ihren Engagements schwer verspekuliert. Mit den Zweckgesellschaften Rhineland Funding und Rhinebridge wurden umfangreiche außerbilanzielle Risiken aufgebaut. Diese Gesellschaften investierten massiv in Wertpapiere, die mit zweitklassigen US- Hypothekenkrediten (Subprimes) besichert waren.

Nur durch mehrere Rettungspakete wurde das Institut vor der Pleite bewahrt. KfW und private Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken pumpten zur Stützung der IKB bisher mehr als acht Milliarden Euro in das Mittelstandsinstitut. Im Februar wurde noch einmal ein Hilfspaket von 2,3 Milliarden Euro geschnürt. Unklar ist, ob diese Gelder ausreichen, um die Bank zu stabilisieren und für den Verkauf attraktiver zu machen. Durch eine Kapitalerhöhung von bis zu 1,5 Milliarden Euro will sich die Bank beim Eigenkapital wieder etwas Luft verschaffen.

Erst vor wenigen Tagen setzte die IKB den geplanten Verkauf eines milliardenschweren Pakets von strukturierten Wertpapieren vorübergehend aus. Als Grund wurde die negative Entwicklung an den Finanzmärkten genannt. Zugleich kündigte das Unternehmen an, dass sich die Verluste im laufenden Geschäftsjahr 2007/2008 (31. März) auf 800 Millionen Euro erhöhen werden. Ursprünglich waren 700 Millionen Euro erwartet und die Summe dann im Februar auf 550 Millionen Euro korrigiert worden. Für das Geschäftsjahr 2005/2006 hatte die Bank nach einer Korrektur noch einen Überschuss von 37,9 Millionen Euro ausgewiesen.

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