Finanzkrise: Imageschaden für HypoVereinsbank

Finanzkrise: Imageschaden für HypoVereinsbank

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BrandIndex Bankenimage Oktober 2008

Die Finanzkrise hat das Vertrauen der Deutschen in die gesamte Bankenbranche schwer erschüttert. Doch eine Bank leidet besonders stark: Nach dem Beinahe-Zusammenbruch der Hypo Real Estate befindet sich die HypoVereinsbank im Imagetief, schreibt Boris Hedde von Psychonomics.

Wie sehr die Finanzkrise dem Ansehen der Branche geschadet hat, zeigt eine BrandIndex-Analyse. Demnach trifft es ein Kreditinstitut besonders hart: Nachdem am 28. September die Liquiditätsprobleme der angeschlagenen Hypo Real Estate und die damit verbundenen Folgen bekannt wurden, verschlechterte sich das Image der HypoVereinsbank drastisch.

Innerhalb weniger Tage sackte der Wert hier um 25 Punkte auf ein Jahrestief von aktuell minus 41 Punkten ab.

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Mit einem durchschnittlichen Wert von minus 12 lag die Marke bereits in den Monaten zuvor deutlich unter den Werten anderer Marken. In der gesamten Branche sanken die durchschnittlichen BrandIndex-Werte in den vergangenen Tagen auffallend stark.

Lediglich noch fünf Prozent der Bevölkerung schenken den deutschen Banken ihr volles Vertrauen, so eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts Psychonomics. Allerdings stechen die Verluste der HypoVereinsbank besonders hervor.

Nicht alle leiden in ihrem Image durch Finanzkrise

Zwar entstand die Hypo Real Estate im Jahr 2003 durch eine Abspaltung des Immobiliengeschäfts der HypoVereinsbank, die beiden Unternehmen verbindet heute offiziell jedoch nur noch der Bestandteil „Hypo“ im Firmennamen.

Die deutschen Verbraucher trennen diese Informationen offenbar weniger genau: Sie projizieren die momentane Situation auf das mittlerweile zur UniCredit Group gehörende Institut.

Dies geschieht sicher auch, weil im Rahmen der kritischen Berichterstattung in der Presse immer wieder der Name HypoVereinsbank fällt. Die vor wenigen Tagen angekündigten Stellenstreichungen dürften den negativen Trend weiter unterstützen.

Boris Hedde

Boris Hedde von psychonomics AG

Doch nicht alle Marken in der Bankenbranche leiden unter den aktuellen Turbulenzen: Die Sparkassen profitieren sogar von der Unsicherheit der Verbraucher.

Sie konnten ihr ohnehin bereits sehr gutes Image nochmals verbessern und erreichen im BrandIndex aktuell ein Jahreshoch von 30 Punkten. Dies entspricht einer Steigerung von 30 Prozent, denn im August lag der Index noch bei einem Wert von 23 Punkten.

Den Sparkassen ist es offensichtlich auch durch gezielte Werbe- und Kommunikationsmaßnahmen gelungen, den Kunden Seriosität und Sicherheit zu vermitteln und diese so zu beruhigen.

Auch im Falle der Volks- und Raiffeisenbanken scheint dies zu funktionieren, denn die BrandIndex-Werte der Genossenschaftsbanken zeigen sich von der Krise unbeeindruckt und bleiben stabil auf hohem Niveau.

So könnte die aktuelle Krise für die Sparkassen und die Volks- und Raiffeisenbanken letztlich auch eine große Chance sein, die im harten Wettbewerb zum Teil gesunkenen Marktanteile wieder zu steigern.

Über den BrandIndex: Auf der Basis einer täglichen Befragung von 1000 Personen ermöglicht dieses Tool zur Markenführung tagesaktuelle Imageanalysen von über 500 Marken aus 20 Branchen.

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