Finanzkrise: KfW-Chefin Matthäus-Maier gibt aus "gesundheitlichen Gründen" auf

Finanzkrise: KfW-Chefin Matthäus-Maier gibt aus "gesundheitlichen Gründen" auf

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KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier kämpft um ihren Verbleib an der Spitze.

Die Finanzkrise fordert ein erstes prominentes Opfer in Deutschland: KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Offiziell geht sie aus gesundheitlichen Gründen. Mit ihrem Schritt zog sie die Konsequenzen um den verlustreichen Einstieg der KfW bei der Mittelstandsbank IKB. Meldungen über ein neues Milliardenloch bei der IKB dementierte die Mittelstandsbank umgehend.

Wie die staatliche Bankengruppe KfW heute bestätigte, werde die bisherige Vorstandssprecherin Ingrid Matthäus-Maier zunächst aus gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung ihr Amt niederlegen. Im September werde sie die KfW dann ganz verlassen, hieß es weiter. Damit zog Matthäus-Maier die Konsequenzen aus dem Debakel um die Mittelstandsbank IKB, an der die Staatsbank mehrheitlich beteiligt ist.

Die KfW muss wegen der Krise ihrer Beteiligung IKB für das vergangene Jahr eine Wertberichtigung von rund 1,8 Milliarden Euro vornehmen. Das sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) heute nach einer Sitzung des KfW- Verwaltungsrats in Berlin. Steinbrück korrigierte mit seinen Angaben die Darstellung des FDP- Politikers Jürgen Koppelin, der den Betrag von 1,8 Milliarden Euro zunächst als neues Milliardenloch bei der IKB bezeichnet hatte. Koppelin ist ebenfalls Mitglied des Kontrollgremiums. Die KfW ist mit über 43 Prozent größte Aktionärin der IKB.

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Die IKB-Krise hinterließ bei der KfW im vergangenen Geschäftsjahr tiefe Spuren. Für 2007 weise das Institut einen Konzernverlust von 6,2 Milliarden Euro aus, wie KfW-Verwaltungsratschef Michael Glos (CSU) mitteilte. Für den Einzelabschluss nach Handelsgesetzbuch ergebe sich ein Minus von 1,4 Milliarden Euro.

KfW-Vorstandsmitglied Kroh folgt Matthäus-Maier nach

Nachfolger Matthäus-Maier im Amt des Vorstandssprechers soll Vorstandsmitglied Wolfgang Kroh werden. Dies verlautete heute aus Verwaltungsratskreisen in Berlin.

Kroh trat den Angaben zufolge 1971 in die KfW ein. Der 63-Jährige gehörte unter anderem der Afrikaabteilung an, war stellvertretender Abteilungsleiter im Auslandssekretariat sowie stellvertretender Abteilungsleiter Ostasien. Außerdem leitete er die Abteilung für wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fach- und Grundsatzfragen und stieg 1996 zum Bereichsleiter Auslandssekretariat auf. 1997 wurde er Direktor der KfW, seit dem 1. Dezember 2007 ist er Vorstandsmitglied.

Plötzliches Aus für Vorzeige-Karrierefrau

Matthäus-Maier, die frühere finanzpolitische Sprecherin der SPD, war seit Oktober 2006 Chefin der Staatsbank. Die umstrittenen Geschäfte der IKB mit zweitklassigen US-Immobilienkrediten, die zur Schieflage des Düsseldorfer Instituts geführt hatten, waren aber bereits vor ihrer Amtszeit begonnen worden.

In Regierungskreisen stand Matthäus-Maier wegen des Krisenmanagements der KfW bei der IKB, an der die Staatsbank mit über 43 Prozent beteiligt ist, seit Monaten in der Kritik. Zuletzt hieß es, dass ihr im Sommer 2009 auslaufender Vertrag nicht verlängert werden sollte.

Der Beschluss, das Dienstverhältnis der 62-Jährigen nicht zu verlängern, war Medienberichten zufolge auch von der SPD mitgetragen worden. Die IKB musste nach Fehlspekulationen am US-Hypothekenmarkt mit Milliardenhilfen des Staates und der Kreditwirtschaft vor dem Zusammenbruch gerettet werden. Die bisher drei Rettungspakte haben ein Gesamtvolumen von rund 8,5 Milliarden Euro. Mit rund sechs Milliarden trägt den Großteil davon die KfW.

Der von der KfW angestrebte zügige Verkauf der IKB verzögerte sich zuletzt. Angesichts der Börsenturbulenzen ließen sich die riskanten Wertpapiere der Bank kaum zu attraktiven Preisen verkaufen, hieß es in Bankenkreisen. Angepeilt wird nun statt Sommer ein Verkauf bis Jahresende. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) will damit 700 bis 800 Millionen Euro einnehmen.

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