Finanzkrise: McKinsey-Deutschland-Chef Mattern prognostiziert Wandel in der Finanzbranche

Finanzkrise: McKinsey-Deutschland-Chef Mattern prognostiziert Wandel in der Finanzbranche

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Die Finanzkrise hat das Vertrauen an den Märkten erschüttert

McKinsey Deutschland-Chef Frank Mattern prognostiziert einen grundsätzlichen Wandel im Bankensektor durch die Finanzkrise. "Es wird weniger Spezialbanken geben“, sagte er im Interview mit der WirtschaftsWoche.

„Das Geschäft der Banken mit den Kunden, zum Beispiel Kredite oder klassische Geldanlage, wird eine deutlich größere Rolle spielen. Es wird weniger Spezialbanken geben“, sagte er im Interview mit der WirtschaftsWoche.

„Der Finanzsektor wird in seiner Entwicklung deutlich stärker der Realwirtschaft dienen“. Um eine Finanzkrise wie die gegenwärtige in Zukunft zu verhindern, fordert der Bankenexperte der weltweit tätigen Unternehmensberatung eine Reform der Ratingagenturen, etwa durch Gründung einer europäischen Institution in Konkurrenz zu den drei angelsächsischen Anbietern, sowie eine Begrenzung der möglichen Verschuldung eines Instituts.

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Mattern glaubt nicht, dass die deutschen Unternehmen durch die Finanz- und Wirtschaftskrise besonders hart getroffen werden. „Die deutsche Wirtschaft ist in den vergangenen Jahren sehr viel wettbewerbsfähiger geworden. Die meisten Unternehmen haben größere finanzielle Ressourcen als beim vorigen Abschwung und gehen stärker in diese Krise hinein. In Deutschland gab es auch keine Blase bei den Immobilienpreisen, die privaten und öffentlichen Haushalte sind längst nicht so verschuldet wie in anderen Ländern“, sagte Mattern. Insbesondere stehe Deutschland „besser da als Länder, die vor allem auf eine Expansion des Dienstleistungssektors gesetzt haben“.

In der gegenwärtigen Diskussion über staatliche Konjunkturprogramme wandte sich Mattern gegen Konsumgutscheine. Auch die Wirkungen von Steuersenkungen beurteilte er skeptisch: „Selbstverständlich würden Steuersenkungen der Binnennachfrage einen Impuls geben, aber vom Angstsparen würden sie die Menschen nicht abbringen.“

Stattdessen forderte Mattern „strategische Investitionen in die Infrastruktur“, die „großen Aufgaben“ seien „die Erneuerung der Stromversorgung, der Ausbau des Verkehrsnetzes und die weitere Verbreiterung des Glasfasernetzes.“ Diese Maßnahmen, so Mattern, stützten die Konjunktur und machten die deutsche Volkswirtschaft „langfristig wettbewerbsfähiger und wachstumsstärker“.

Zum Vorschlag, die führenden deutschen Konzerne sollte eine Beschäftigungsgarantie für das kommende Jahr abgeben, forderte Mattern die Topmanager auf, über die Unternehmensgrenzen hinaus zu denken. Viele Unternehmen hätten zwar die Chance, „die Krise ohne Massenentlassungen zu überstehen“. Doch die Unternehmen „sollten sich auch fragen, wie sie ihre Zulieferer und Abnehmer stabilisieren können. Unternehmen werden die Krise nur gut überstehen, wenn sie ihre Partner mitnehmen.“

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