Finanzkrise: Merrill Lynch schockiert mit neuerlicher Milliarden-Abschreibung

Finanzkrise: Merrill Lynch schockiert mit neuerlicher Milliarden-Abschreibung

Bild vergrößern

Außenaufnahme des Logos der Merrill Lynch-Büros in New York

Kein Ende der Krise bei der weltgrößten Investmentbank Merrill Lynch: Die US-Bank muss wegen der Finanzmarktkrise noch einmal mehr als sechs Milliarden Dollar abschreiben und hat im ersten Quartal dunkelrote Zahlen geschrieben. Das Institut will nun 4000 Stellen weltweit streichen.

Das Unternehmen berichtete heute  einen Verlust von 2,14 Milliarden Dollar (1,34 Milliarden Euro) oder 2,19 Dollar je Aktie für das erste Quartal. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Gewinn von 2,11 Milliarden Dollar angefallen. Vorstandschef John Thain zeigte sich auch für die Zukunft wenig optimistisch. Es sei unwahrscheinlich, dass sich die Lage am Finanzmarkt in den nächsten Monaten grundlegend bessern werde. Der Umsatz brach um 69 Prozent auf 2,93 Milliarden Dollar ein.

Merrill Lynch lag mit den Quartalszahlen deutlich unter den ohnehin schon pessimistischen Erwartungen der Analysten. Diese hatten mit einem Verlust je Aktie von 1,99 Dollar bei einem Umsatz von 3,7 Milliarden Dollar gerechnet. Das Institut musste nach eigenen Angaben unter anderem 1,5 Milliarden Dollar auf problematische Finanzinstrumente abschreiben, hinzu kam eine Wertberichtigung von 3 Milliarden Dollar auf bestimmte Kreditrisiken.

Anzeige

Zwtl: „Schwierigstes Quartal“ Insgesamt dürften sich die Belastungen des Instituts aus der Finanzmarktkrise mittlerweile auf wenigstens 24 Milliarden Dollar belaufen. „Das war das wohl schwierigste Quartal in meinen 30 Jahren an der Wall Street“, sagte Thain, der vor vier Monaten das Ruder bei der Investmentbank übernommen hatte. Merrill Lynch rechne mit schwierigen Monaten, möglicherweise auch Quartalen, sei aber zuversichtlich für das Ergebnis des Gesamtjahres.

Thain will die Kosten senken und dafür 4.000 der weltweit 63.000 Stellen streichen. Die Investmentbank hatte wegen der Finanzmarktkrise bereits im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 8,05 Milliarden Dollar hinnehmen müssen. Merrill Lynch schrieb damit zum ersten Mal seit 1989 rote Zahlen. Allein im vierten Quartal 2007 hatte das Instiut 14,6 Milliarden Dollar abschreiben müssen.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%