Finanzkrise: Niederländische Kapitalspritze birgt keine Risiken für ING-DiBa-Kunden

Finanzkrise: Niederländische Kapitalspritze birgt keine Risiken für ING-DiBa-Kunden

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Einlagen der deutschen Kunden der ING-DiBA sind durch die deutschen Sicherungssysteme geschützt

Deutsche Sparer müssen sich nach der Kapitalspritze des niederländischen Staats für die ING-Bank keine Sorgen um ihr Erspartes bei deren deutscher Tochter DiBa machen. Die Niederlande haben der Bank mit zehn Milliarden Euro geholfen.

Bei dem Frankfurter Institut  handele es sich um eine deutsche Bank nach deutschem Aktienrecht, sagte ein ING-DiBa-Sprecher. Die Einlagen der Kunden seien durch die deutschen Sicherungssysteme geschützt. Die Bank erwäge auch nicht, das vom deutschen Staat angebotene Eigenkapital in Anspruch zu nehmen. Man betreibe ein konservatives Privatkundengeschäft und halte an den Zielen für dieses Jahr fest. ING sei „ein an sich finanziell gesundes Unternehmen, das alle Bonitätsanforderungen erfüllt“, sagte der niederländische Finanzminister Wouter Bos.

Angesichts der schwierigen Lage auf den internationalen Kapitalmärkten habe sich der Staat jedoch in Absprache mit der Führung der Bank entschieden, für eine begrenzte Zeit als Anteilseigner bei ING einzusteigen. „Sonst hätte die Bank umfallen können, aber das wird nun absolut nicht passieren“, sagte Bos. Das weltweit tätige Finanzunternehmens hat auch in Deutschland und Österreich Millionen Kunden. Die ING-Bank ist die erste, die Mittel aus einem Notfonds der niederländischen Regierung in Anspruch nimmt. Derweil gab ING den Verkauf seiner Versicherungstochter in Taiwan für 447 Millionen Euro an die Fubon Financial Holding bekannt.

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Nach Bekanntwerden von Verlusten und einem Einbruch des Aktienkurses am Freitag hatte der Mutterkonzern der niederländischen Bank- und Versicherungsgruppe eine staatliche Kapitalspritze von zehn Milliarden Euro erhalten. Die Aktien der größten börsennotierten niederländischen Bank schossen am Montag 20 Prozent auf 8,74 Euro in die Höhe. Im Verlauf dieses Jahres haben die Papiere jedoch 67 Prozent Federn gelassen. „Eine Kapitalerhöhung wäre viel schlimmer und bei den derzeitigen Marktbedingungen kaum möglich gewesen“, erläuterte Vermögensverwalter Fred Huibers von Haags Effectenkantoor die Erleichterung am Markt. ING habe nun einen Puffer, die Finanzkrise zu überstehen, hieß es. Mit der Staatshilfe stärkt ING ihre Kapitalbasis. Erst am Freitag hatte die Bank mitgeteilt, im dritten Quartal wohl einen Verlust von etwa 500 Millionen Euro auszuweisen. Das wäre der erste Quartalsverlust seit Gründung der Gruppe 1991.

Grund für den Verlust seien Wertverluste, Abschreibungen und höhere Ausfallvorsorge von insgesamt zwei Milliarden Euro. Der Staat wird den Angaben zufolge ein Milliarde stimmrechtslose Aktien der ING für zehn Euro pro Stück erwerben. Auf die Aktien soll es eine garantierte Dividende von mindestens 8,5 Prozent geben. Die Bank kann die Aktien für 15 Euro pro Stück zurückkaufen. Bos sagte, damit sei der Anreiz für die ING groß, die Aktien zurückzukaufen und den Staat als Aktionär zu verabschieden, „sobald sich dieser finanzielle Hurrikan legt“. Das Finanzunternehmen teilte mit, es werde für dieses Jahr die Dividendenzahlungen aussetzen und die Gehälter der Manager überdenken. Die niederländische Regierung wird außerdem zwei Vertreter in den Aufsichtsrat entsenden.

Noch im März galt ING gemessen an der Marktkapitalisierung weltweit als eines der Top-20-Finanzunternehmen. Seither hat die Aktie drei Viertel ihres Wertes verloren. Nach dem Einstieg des Staates bei ING ist die Versicherung Aegon das einzige größere Finanzinstitut in den Niederlanden ohne Staatsbeteiligung. Anfang des Monats waren bereits die in Schwierigkeiten geratenen Banken Fortis und ABN Amro verstaatlicht worden.

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